Mekons, Honky Tonkin’, 1987

Produzent/ The Mekons

Label/ Twin/Tone Records

Zunächst wäre da das Cover mit dem im Eis gescheiterten Schiff von Caspar David Friedrich. Dann wäre da eine Liste mit weiterführender Literatur zu jedem Song, die beweist, dass die Mekons nicht nur schöne Platten im Regal haben. Ausserdem kann nichts einen Song wie „Gin Palace“ besser beschreiben, als eine Empfehlung Jean Rhys zu lesen. Oder zu „Spit“ „Minima Moralia“ von Adorno, Balzac und Charlotte Bronte zu „Sleepless Nights“. Und ganz schön zu „Keep On Hoppin“ Norman Malcolms Erinnerungsbuch an seinen Freund Ludwig Wittgenstein. Und ganz besonders schön zu „Sympathy For The Mekons“ ein Aufsatz von Alison Allister aus der Zeitschrift „Radical Philosophy“ unter dem Titel: „Philosophical Materialism Or The Concept Of History“, ein Buch über vegetarische Ernährung, ein Gemälde des britischen Konzeptkünstlers Terry Atkinson und den Film „The Omen“.

Soll ich Euch jetzt sagen, dass die Musik der Mekons genau so schön ist wie diese Liste? Ja, das soll ich. Ich kann sogar darauf hinweisen, dass auf dem Inner Sleeve „The Devil Riding On A Nun“ zu lesen ist, während sie deutlich „The Devil Riding On A Pig“ singen. Aber ich sag auch, dass das alles ein bisschen für Mekons-Fans ist. Und eine Chance für diejenigen, die die Band bislang noch nicht gekannt haben.

The Mekons, So Good It Hurts, 1988

Produzent/ The Mekons, Brian C. Pugsley

Label/ Twin/Tone Records

Die Platte ist nicht schlecht, hat aber den Nachteil, dass Themen wie die Reagan-Thatcher-Connection weit von der Gegenwart entfernt sind und somit leicht verstaubt anmuten. Trotzdem: viele dieser Songs sind fast schon Klassiker und auch in manch anderen Songs gibt es noch einiges zu entdecken. Zum Beispiel die Tatsache, dass Robin Hood und seine Mannen ja eigentlich eine Schwulengang waren oder dass Nixon und Hitler in trauter Verbundenheit einer Satansveranstaltung beiwohnten. Es war eben schon immer die Stärke der Mekons, britischen Humor kunstvoll mit politischem Bewusstsein zu verknüpfen.

Trotz aller Patina gehören alte Mekons Scheiben immer noch zu den Platten, die man immer wieder gerne hört, ohne sich vor Peinlichkeit gruseln zu müssen. Sally Timms hat eine dieser britischen Frauenfolkstimmen, die genauso schmeichelnd ist wie sie Unerbittlichkeit und eine gewisse Amüsiertheit über die Weltbefreiungsideen der Jungs zum Ausdruck bringt. Sie singt die alte Chauvi-Hymne, „Heart Of Stone“, ohne aus den girls boys zu machen. Muss ich mehr sagen?