Robert Johnson, Hellhound on My Trail, 1937

Text/Musik/ Robert Johnson

Produzent/ Don Law

Label/ Vocalion

Über Robert Johnson ist so wenig bekannt, dass der Versuch, Legende von Wahrheit zu unterscheiden, aussichtslos erscheint. Wie wurde aus dem Gitarristen, über den sich Son House und Willie Brown regelmässig lustig machten, in weniger als zwei Jahren der beste „Bluesman“, den sie je gehört hatten? Wie kam er ums Leben? Wo liegt er begraben? dem Teufel gefällt das natürlich so. Johnson mag seine Seele verkauft haben oder nicht an dieser Highway-Kreuzung, aber zu Lebzeiten war er auf der Flucht und sein Tod erinnert an das überirische Machtpotential des Blues.

War wir wissen, ist, dass Johnson am 20. Juni 1937 in Dallas bei seiner zweiten und letzten Aufnahmesession „Hellhound on My Trail“ einspielte. Die Vorstellung, dass die Bluthunde des Satans die Sünder in die Hölle treiben, war in den Südstaatenkirchen weit verbreitet, und wenn man Johnsons unheimlichen Tenor und sein aufgewühltes Gitarrenspiel hört, scheint er dieses Gruselbild nicht nur aus rhetorischen Gründen zu bemühen. Johnson erzählt im Song von seinem Leben als Vagabund, der das Mississippi-Delta hinauf und hinunterwandert und seine Bottleneck-Gitarre spielt. „I got to keep moving/ Blues falling down like hail/ And the day keeps remindin‘ me, there’s a hellhound on my trail.“ Zeugen gaben an, Johnson sei am 13. August 1938 plötzlich erkrankt. Drei Tage später war der „King of Delta-Blues“ tot.

 

Robert Johnson, Cross Road Blues, 1936

Text/Musik/ Robert Johnson

Produzent/ Don Law

Label/ Vocalion

Dieser Akustikgitarren-Song eines Mississippi-Bluesman hat seit der ersten Aufnahme im Jahre 1936 fast mythischen Status erreicht. Der „Cross Road Blues“ mit dem rhythmischen Gitarrensound und der klagenden Stimme inspirierte die heutigen Schwergewichte des Rock zu ihren Musikkarrieren in den 1960er und -70er Jahren. Berühmt wurde der Song jedoch durch den angeblich autobiographischen Gehalt von Johnsons Text über die Highway-Kreuzung in Clarksdale. Hier oder, wie einige meinen, im nahen Rosedale, soll Johnson, seine Seele dem Teufel verkauft haben und dafür zum Meister des Blues geworden sein.

Brian Jones, Peter Green, John Mayall und Jimmy Page vergötterten Johnsons Sound, aber vorallem Eric Clapton ist es zu verdanken, dass dieser Song so populär geworden ist. Claptons Version, „Crossroads“, war fester Bestandteil der Live-Auftritte seiner Band Cream und erschien auch auf deren Album „Wheels of Fire“.

Johnson selbst brachte der Song kein Glück: Zwei Jahre nach der Aufnahme, als seine Karriere gerade in Fahrt zu kommen schien, vergiftete vermutlich der eifersüchtige Ehemann einer seiner Affären den erst 27jährigen.