Bruce Springsteen, Born To Run, 1975

Produzent/ Bruce Springsteen, Mike Appel, Jon Landau

Label/ Columbia Records

„Born To Run“ ist so etwas, wie „Astral Weeks“ für Van Morrison war; ein endgültiger und logischer Schritt aus einer musikalischen Vergangenheit in eine Zukunft ohne einengende Kategorien, wo die Musik aufhört, Vergleiche herauszufordern, wo er einfach jemand ist, der seine eigenen Lieder singt und die Musik einfach die Musik von diesem Typen… eh, wie heisst er noch… ach ja, Bruce Springsteen, ist.

Gleich das erste Stück „Thunderroad“ ist ein Stück bewältigte Vergangenheit: Wehmütig verlieren sich einige dylaneske Mundharmonikatakte, um Platz für Springsteens Stimme zu machen, die sich brüchig und unsicher in das Lied zu tasten scheint. Aber diese Unsicherheit dauert nicht lange. Es ist vorallem Springsteens Band, die seine Gitarre antreibt. Hervorragender Solist ist der Saxophonist Clarence Clemons, der es auf „Jungleland“ auch mit einem kompletten Streichersatz aufnimmt, der vielleicht nicht sein musste, und die Nummer davor bewahrt, der einzige Ausrutscher der Platte zu werden.

Bombastisch! Ja, das stimmt. Aber auch wenn einige Passagen dieser Platte objektiv überladen sind, wirken sie auf mich nicht so, weil diese Überfrachtung nicht mangelnde Ideen oder musikalische Schwächen mit technischen Mitteln zu übertönen versucht. Springsteen ist auf „Born To Run“ manchmal etwas übers Ziel hinausgeschossen, seine Energie ist vielleicht noch etwas zu unkontrolliert. Aber diese Energie, diese durchgehende Vibration ist es, was die Platte noch heute so lebendig und überzeugend macht.

Bruce Springsteen, The Ghost Of Tom Joad, 1995

Text/Musik/ Bruce Springsteen

Produzent/ Bruce Springsteen, Chuck Plotkin

Label/ Columbia Records

Fast 4’000 Kilometer lang, von Chicago bis nach Los Angeles – das ist die berühmte Route 66. Eine der ersten durchgehenden Strassenverbindungen vom amerikanischen Osten in den Westen. Heute ein Touristenmagnet. In Wirklichkeit aber eine Strasse, die viele schlimme Schicksale erlebt hat. Grund genug für Bruce Springsteen, über so ein Schicksal einen Song zu machen: The Ghost of Tom Joad.

Tom Joad, Titelheld von Springsteens Song, stammt genau genommen aus dem Roman „Früchte des Zorns“ von John Steinbeck. Ein Buch über die Ungerechtigkeiten in der Welt, eines über Ausbeutung, über Anfeindungen und über den nackten Kampf ums Überleben. Der krasse Gegensatz dazu: Menschen, die immer reicher werden. Der Hintergrund des Romans ist schnell erzählt: In den 1930er Jahren werden Teile der USA von einer entsetzlichen Dürre heimgesucht. Die kleinen Farmer verarmen, werden von Grossgrundbesitzern vertrieben. Zu Hunderttausenden wandern sie über die Route 66 Richtung Westen, bei Steinbeck auch die Familie Joad. Doch statt gut bezahlter Arbeit finden sie Ausbeutung und Hass, landen in einem Auffanglager. Dort wird ein befreundeter Wanderprediger ermordet. Um ihn zu rächen, wird Tom Joad selbst zum Mörder. Nun muss er seine Familie schützen und trennt sich von ihr.

Ein Thema ganz nach Springsteens Geschmack. Obwohl damals zwar schon längst an der Schwelle zum ganz grossen Erfolg angelangt, galt der Mann aus New Jersey immer noch als Vertreter der amerikanischen Unterschicht, der die Ängste, die Desillusionierung und die die Hoffnung der Arbeiterklasse artikuliert.

Der Song über Tom Joad ist fast schon ein wenig zu melodisch und schön. Fast schon prophetischer Sozialkitsch, wenn man die Arbeitslosen und Flüchtlinge heutzutage sieht. Aber das Herz rühren tut er. Und das macht den Song zu einem guten…

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Bruce Springsteen, Death To My Hometown, 2012

Text/Musik/ Bruce Springsteen

Produzent/ Ron Aniello, Bruce Springsteen

Label/ Columbia

Ein Mainstream-Rocker, der Mitgröl-Songs fabriziert? Bruce Springsteen ist oft subtiler als man denkt. Schon „Born In The USA“ war eine Anklage gegen den Vietnamkrieg und den Umgang des Establisments mit den Kriegstraumatiserten. „Death To My Hometown“ ist eine direkte Reaktion auf die Finanzkrise von 2008/2009. Ohne dass eine Bombe gefallen wäre, ohne körperliche Gewalt anzuwenden, haben „Räuberbarone“ den Tod in die Heimatstadt des Sängers gebracht. „Gierige Diebe“, die das Fleisch von allem assen, was sie fanden – und die bis heute unbestraft bleiben. Die drastische Wortwahl, die klare antikapitalistische Botschaft und kräftige, keltisch beeinflusste Klänge machen diesen Straight-Rock-Song höchst eindrucksvoll.

„Wrecking Ball“ ist das erste Album von Springsteen, in dem offen Samples zum Einsatz kommen; bei „Death To My Hometown“ baut alles auf dem von einem Gospelchor gesungenen „The Last Words Of Copernicus“ auf, einer Aufnahme von Musikforscher Alan Lomax von 1959, mit der der historische Kontext hergestellt wird.

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Bruce Springsteen, Independence Day, 1980

Musik/ Text/ Bruce Springsteen

Produzent/ Jon Landau

Label/ Columbia Records

Irgendwann Anfang der 80er Jahre, inmitten der Benefiz-Veranstaltungen für gute Zwecke aller Art, da sich Mitleid in einen Scheck verwandelt und Musik in einen PR-Auftritt, erinnert sich Bruce Springsteen an die Geschichte hinter dem Lied, holt er die Welt wieder nach Hause. Die Orgel setzt leise eine, und irgendwo beginnt er mit rauchiger Stimme die Einleitung zu dem Song: „In dem Haus, in dem ich aufwuchs, gab es keine Bücher, oder irgend etwas, was man für Kunst halten konnte. Als ich älter wurde sah ich mir meinen Vater an, er schmiss die High School, ging zur Armee, heiratete ziemlich früh, nahm jeden Job an, den er kriegen konnte, arbeitete in der Fabrik, war Lastwagenfahrer. Und ich erinnere mich an meinen Grossvater, er arbeitete in einer Fabrik in der Stadt, in der ich aufwuchs. Wir alle hatten eine Sache gemeinsam. Wir wussten nicht genug, wir hatten keine Ahnung, was mit uns passierte. Ich bin jetzt einunddreissig und hab gerade damit begonnen die Geschichte der Vereinigten Staaten zu studieren. Und plötzlich sehe ich, warum die Dinge so sind, wie sie heute sind, wie man auf einmal zu einem Opfer und Verlierer werden kann, ohne es überhaupt zu merken. Und wie Menschen alt werden und sterben, ohne irgendwann einen glücklichen Tag erlebt oder Ruhe gefunden zu haben. Was ich sagen will, versuchen Sie herauszufinden, wo sie heute stehen. Und versuchen Sie, denen, die nach uns kommen, etwas Besseres zu hinterlassen.“

Und langsam schwillt der Keyboard-Klang, das Schlagzeug tockt im gleichmässigen Rhythmus der Uhr, und „Indepedence Day“ setzt ein: „Well, Papa go to bed now it’s getting late… there’s darkness in this town that’s got us too/ But they can’t touch me now/ And you can’t touch me now/ They ain’t gonna do to me/ What I watched them do to you.“

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Bruce Springsteen, Born in the U.S.A., 1984

Text/Musik/ Bruce Springsteen

Produzent/ John Landau

Label/ Columbia Records

Die Beschwörung eines Amerika von unten, das die Werte des Landes hochhält, die von Politik und Wirtschaft verraten werden im Namen des Volkes, ist ein zentrales Moment in vielen von Springsteens Songs. Aber die Kritik wird in den frühen mythisch verseuchten Stücken nie konkret, operiert ohne überprüfbare Aufgaben, verzichtet auf Namen und Handlungen. Das verleiht den Texten ihre poetische Kraft, beraubt sie aber ihrer politischen Wirkung; wo jeder mitgemeint sein könnte, kann sich jeder dispendieren.

Wer solche Missverständnisse in Kauf nimmt, läuft Gefahr, dass seine Arbeit anderen Zwecken zugeführt wird. Als Ronald Reagan Springsteen vor seiner Wiederwahl für seine Wahlzwecke instrumentalisierte, fiel dessen Dementi auffallend zahm aus, eher Korrektur als Analyse.

Reagan wie Springsteen appellieren an den amerikanischen Patriotismus. Sie meinen nicht denselben, evozieren ihn aber mit denselben Symbolen. Auf der Platte „Born In The USA“ ist Springsteen von hinten, aber vor der amerikanischen Flagge zu sehen. Er eröffnete die Konzerte jener Zeit mit dem Titelsong, während im Hintergrund der Bühne eine riesigen US-Flagge aufgespannt war, auch in Europa.

„Fahnen sind sichtbar gemachter Wind“ schrieb Elias Canetti, aber der Wind, der durch Springsteens Fahne weht, bläst aus verschiedenen Richtungen. Natürlich handelt „Born In The USA“ nicht von Reagans Amerika, sondern von seinen Opfern. Das Stück berichtet von Vietnam-Veteranen, die als Patrioten in den Krieg zogen und als Krüppel zurückkehrten. Der Refrain aber, das fanfarisch eingehämmerte „Born In The USA“, die im Takt gestreckten Fäuste im Stadion, verkehren die Botschaft in ihr Gegenteil, wenn Zweifel im Tonfall des Triumphs dargeboten werden, dominiert der Triumph. Der Rock’n’Roll denunziert seine Bekenntnisse in ihrer Ausführung.

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Bruce Springsteen, Cadillac Ranch, 1981

Text/Musik/ Bruce Springsteen

Produzent/ Bruce Springsteen, John Landau

Label/ Columbia

Der amerikanische Millionär, Künstler und Philantrop Stanley Marsh III war bekannt für seine „Practical Jokes“, seitdem er in den 60er Jahren auf die „Liste der ausgemachten Feinde des Weissen Hauses“ gesetzt wurde, weil er in einem Museum moderner Dekadenz auch die Garderobe der First Lady Pat Nixon ausstellen wollte. Seine Ranch benannte er nach dem Kinderbuch „Toad Hall“. Seinem Hausschwein liess er Flügel auftätowieren, und den Gastank seines Hauses liess er bemalen als überdimensionale Campbell-Suppendose –  als Tribut an Andy Warhol. Marsh trug Anzüge im Muster seines Bürostuhls, liess bei Konferenzen den Lunch schon mal auf einem Bärenfell statt auf einer Tischdecke servieren und definierte sein Kunstverständnis einmal so: „Alle meine Projekte dienen der Theorie, dass die beste Kunst gut und völlig wertlos ist. Man sollte einen Kunstgegenstand weder verkaufen noch bewegen können. Er sollte einfach da sein.“

Das bekanntestes Kunst-Projekt von Marsh dürfte aber die Cadillac-Ranch in der Nähe von Amarillo, Texas sein. Diese Installation auf freiem Feld besteht aus verschiedenen Cadillac-Typen der Jahre 1949 bis 1963, deren Schnauzen halb in der Erde begraben sind und deren Heckflossen in den Himmel ragen. „Der Cadillac repräsentiert mehr als jedes andere amerikanische Auto Freiheit, Geld und Sex. Er ist ein Teil des Traums vom Erwachsenwerden: Eine gut aussehende Blondine, ein Cadillac und auf der Route 66 an die Strände Kaliforniens – das war unsere Idee von der grossen Flucht in die Freiheit. Auf diese Weise sind der Cadillac und der alte Highway 66 zu Monumenten des amerikanischen Traums geworden. Die Cadillac Ranch ist unser Stonehenge“, begründete Stanley March III sein künstlerisches Engagement. „Was Amerika zum besten Land in der Welt macht, ist das Auto. In Deutschland, Afrika, China oder Russland wachsen die Kids mit der Vorstellung auf, dass sie eines Tages ein Haus haben werden. Amerikanische Kids träumen dagegen von einem Auto.“

Die ungewöhnliche Installation wurde schon bald zum Anziehungspunkt von Touristen und inspirierte Bruce Springsteen, einen Song darüber zu schreiben: „I am gonna pack my pa, and I’m gonna pack my aunt, I’m gonna take them down to the Cadillac Ranch.“

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Bruce Springsteen, Tunnel Of Love, 1987

Produzent/ Bruce Springsteen, Jon Landau

Label/ Columbia Records

Als Springsteen nach seinem erfolgreichsten Album „Born In The U.S.A“, 1987 „Tunnel Of Love“ veröffentlichte, befand sich vieles in seinem Leben in Auflösung. Seine Ehe mit Model und Schauspielerin Julianne Phillips war so gut wie gescheitert. Die langwierigen Tourneen mit der E Street Band forderten ihren Tribut und die Marathon-Konzerte liessen Songs wie „Prove It All Night“ oder „Badlands“ im musikalischen Stadion-Korsett erstarren. Die Zukunft des Rock’n‘ Roll schien in der engegengesetzten Richtung zu liegen, im Zweifeln und Zaudern, im Hadern und Zerpflücken des eigenen Star-Status.

In dem aufgekratzten, nur zu Klanghölzchen, Mundharmonika und akustischer Gitarre vorgetragenen Blues „Ain’t Got You“ packt Springsteen die alte Weisheit, dass Ruhm und Reichtum nicht glücklich macht, in wunderbare spöttische Verse: „I got a house full of Rembrandt and priceless art/ And all the little girls they wanna tear me apart/ When I walk down the street people stop and stare/ Well you’d think I might be thrilled but baby I don’t care/ ‚Cause I got more good luck honey than old king Farouk/ But the only thing I ain’t got/ Baby I ain’t got you.“

Nach diesem kurzen Prolog folgt ein bis dato ungehörter Springsteen-Sound. Zum zerdehnten Country-Twang von „Tougher Than The Rest“ klopft er die Rollenklischees ab, die zuvor seine Songs bevölkert hatten: „Some girls they want a handsome Dan/ Or some goodlookin‘ Joe, on their arm/ Some girls like a sweet talkin‘ Romeo/ Well ‚round here baby/ I learned you get what you can get/ So if you’re rough enough for love“.

Den Titel von „All That Heaven Will Allow“ entlehnte Springsteen einem Melodram von Douglas Sirk und die in ihrer Kargheit an „Nebraska“ erinnernde Ballade „Caution Man“ fand er im eigenen Archiv. „Spare Parts“ hat noch ein wenig das Pathos der „Born In The U.S.A“-Phase.

Hier und da wabern auf „Tunnel Of Love“ ein paar Keyboard-Flächen und die Drums klatschen aus Distanz. Das mag sicher der Zeit geschuldet sein, doch die Stücke sind dennoch alle zwingend, vorallem wenn Springsteen die Instrumentierung zurücknimmt und ganz auf seine Erzählungen vertraut. Etwa in „Walk Like a Man“ oder in „One Step Up“. Dass diese lose zwischen Folk und Country flottierenden Songs nicht in Seichtheit verwässern, verdankt sich zum einen der Tatsache, dass Springsteen jegliches Selbstmitleid ausspart, und zum anderen seinem Gespür für die passenden Arrangements.

Die Höhepunkte des Albums bilden schliesslich der bittere Abgesang „Brilliant Disquise“ und der langsame Waltz „Valentine’s Day“, ein melancolisches Nachsinnen während einer Fahrt auf der Route 39, wie ein innerer Monolog aus einem Richard-Ford-Roman. „Is it the sound of the leaves/ Left blown by the wayside/ That’s got me out here on this spooky old highway tonight/ Is it the cry of the river/ With the moonlight shining through/ That ain’t what scares me baby/ What scares me is losin‘ you.“

In der langen Reihe der regulären Studio-Alben, ist „Tunnel Of Love“ zweifellos das ungewöhnlichste, das stillste. Aber es ist genauso packend wie Springsteens typische straighte Rocksongs, nur eben in einem anderen Wortsinn.

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Bruce Springsteen, Something In The Night, 1978

Text/Musik/ Bruce Springsteen

Produzent/  Bruce Springsteen, Jon Landau, Steven Van Zandt

Label/ Columbia

Wenn Songs wie Kinder sind, dann gehört „Something In The Night“ zu den ganz schwarzen Schafen der Springsteen-Familie. Vielleicht musste soviel komprimierte Bitterkeit ohne einen Funken Erlösung (oder wenigstens ein Sax-Solo) selbst einen Mann erschrecken, der sich doch so unerschrocken und konsequent in diese Dunkelheit da am Rande der Stadt aufmacht.

Vielleicht war’s damals schlicht auch ein Nacht-Song zuviel, und Springsteen gab dann doch lieber bewährten Crowd-Pleasern wie „Night“ und „Spirit In The Night“ den Vorzug. Jedenfalls verschwand „Something In The Night“ ziemlich bald von den Setlisten der mehr als 100 Konzerte umfassenden „Darkness On The Edge Of Town“- Tour und ward als einziger Song des Albums auch gleich in der ersten E-Street-Ära bis 1988 nicht mehr gehört.

Piano, Glockenspiel, Bass, Gitarre tasten bedächtig zwei Akkorde ab, dazu suchende Lautmalerei des Sängers, während Max Weinbergs Standtom-Wirbel beständig anschwillt, schliesslich doch aufs Crash-Becken bricht, so dass wir mit einem Snare-Drum-Stop endlich im Song angekommen sind. Da will es der Protagonist nochmals mit den alten Tricks versuchen. Kingsley runtercruisen, das Radio voll aufgedreht, hier ein Drink, da ein Tänzchen. Doch die alten Tricks funktionieren irgendwie nicht mehr. Und unser Mann sieht sich auf Existenzielles zurückgeworfen. „You’re born with nothing, and better off that way“, singt Springsteen. Denn, fährt er fort, sobald man etwas habe, werde doch nur einer geschickt, der versuche, es einem wegzunehmen. Und auf Vergessen oder Vergeben dürfe man selbst in der allerletzten Runde nicht hoffen.

Doch der Clou von „Something In The Night“ ist die letzte Strophe. Da verstummen alle Instrumente, nur Weinberg tritt noch auf 1 und 3 in seine Bass-Drum und schlägt die 4 aufs Standtom, die nur als dunkles Metronom dienen, wenn Springsteen von Dingen erzählt, die man liebte, und die jetzt nur noch zertrümmert im Dreck liegen. Und davon, wie man versucht, sie aufzusammeln und abzuhauen, so schmerzarm wie möglich. Und wie alle Müh dann doch vergebens sein soll an der nächsten Staatsgrenze. Ein letzter Kampf, brennende Autos, blinde Gestalten, dazu verdammt, noch immer dieses „Etwas“ in der Nacht zu suchen… Der beste Rock’n’Roll hat oft keine richtigen Worte gehabt für das, was er da gerade nicht besser sagen kann.