Suzanne Vega, Luka, 1987

Text/Musik/ Suzanne Vega

Produzent/ Lenny Kaye, Steve Addabbo

Label/ A & M

Wenn ein Song durch die Decke geht und einem Künstler zum Weltruhm verhilft, ist das ein Grund zu feiern. Nicht so für Suzanne Vega. Als ihr Lied „Luka“ plötzlich in der Riege der ganz Grossen ankam, war da auf der einen Seite der riesige Erfolg, auf der anderen etliche Menschen, die ihr geschrieben hatten. Diese Menschen hatten etwas zu erzählen – sie wurden misshandelt.

Suzanne Vega hatte mit dem Song „Luka“ ein Tabu gebrochen. Sie versetzte sich in die Rolle eines Jungen, der zu Hause misshandelt wurde. Und diesen Luka gab es wirklich. Es war ein Junge, der in Vegas Haus wohnte. Misshandelt wurde er nicht, aber die Sängerin kannte andere Kinder, denen es so ging. Also mischte sie den Namen des einen und die Geschichte der anderen zusammen. Der Song braucht nicht viele Worte. Denn die, die er nutzt sind unmissverständlich. „Ja, ich denke mir geht es gut. Bin nur wieder gegen die Tür gelaufen“, und das ständige Wiederholen der Zeile „Frag mich einfach nicht, wie es mir geht“, lassen keinen Zweifel daran, was dem imaginären Luka widerfährt.