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Suzanne Vega, Marlene on the Wall, 1985

Text/Musik/ Suzanne Vega

Produzent/ Lenny Kaye

Label/ A&M

Einen Kultsong über ein Poster gibt es nicht oft. Aber Mitte der achtziger Jahre waren auch erfolgreiche Sängerinnen-Songwriterinnen wie Suzanne Vega selten. Der Suche nach einer Plattenfirma war Vega zweimal von A&M abgelehnt worden, bis sie endlich ihren Vertrag unterzeichnen durfte. Patti-Smith-Gitarrist Lenny Kaye produzierte ihr Album und „Marlene on the Wall“ war ihr Durchbruch in Grossbritannien. Der Erfolg von Vegas kühlem Auftreten, den von Leonard Cohen inspirierten Texten und der akustisch orientierten Musik war besonders bemerkenswert, da in jener Zeit alle anderen versuchten, Madonna zu sein.

Angeregt durch ein Poster der Hollywood-Legende Marlene Dietrich, schrieb Vega ein Lied über ein Mädchen auf der Reise zu sich selbst. „Ich hatte gerade eine recht promiskutive Phase hinter mir“, sagte sie später. „Man entdeckt, dass Sex mit Fremden auch ziemlich leer ist.“ Ähnlich wie Marlene, die im Songtext spöttisch von der Wand herabblickt und sich an die Soldaten erinnert, die vorbeikamen.

Später tat Vega „Marlene on the Wall“ ab: Das Lied sein voller Details aus ihrem Leben, „die für niemand anderen etwas bedeuten“ und „etwas weit hergeholt.“ Aber dieses schöne, lebendige Lied ebnete den Weg für ihre Hits „Luka“ (1986) und „Tom’s Dinner“ (1987) und war der Auftakt für zwei Jahrzehnte wundervolle Musik.