R-236183-1429828755-5135.jpeg.jpg

Laurie Anderson, O Superman, 1981

Text/ Musik/ Laurie Anderson

Produzent/ Laurie Anderson

Label/ Warner Bros.

Laurie Anderson verbrachte ihre Karriere aussserhalb des Mainstreams. In den 70er Jahre bewegte sie sich in der New Yorker Performance-Art-Szene und arbeitete mit Leuten wie William S. Burroughs und Andy Kaufman zusammen. In „Duets on Ice“ spielte Anderson Geige, während sie Schlittschuhe trug, die in in Eisblöcken steckten. Als das Eis geschmolzen war, war die Performance vorbei.

Anderson war folglich ein eher unwahrscheinlicher Anwärter auf einen Hit. Dass sie ihren anspruchsvollen Ansatz nicht verwässerte, macht ihren Erfolg umso erstaunlicher. Sie konzipierte „O Superman“ als Cover der Arie „O Souverain, o jugde, o père“ aus Jules Massenets Oper „Le Cid“ (1885). Es ist ein minimalistisches Manifest daraus geworden, bestehend aus zwei Akkorden, unendlich oft wiederholtem „Ha“ und Andersons Vocoder-Stimme.

Der Song war ein mit schrägem Humor angereicherter Kommentar zum Engagement der USA im Iran. „Wenn die Gerechtigkeit gegangen ist, gibt es immer noch die Macht. Und wenn die Macht weg ist, gibt es immer noch Mama. Hallo Mama!“ Menschliche, warme Bildsprache sollten genauso fesselnd wirken wie das Entsetzliche. „Das ist in „O Superman“ sicherlich der Fall“, schwärmte David Bowie 1983. „Der Song hat ein ganz empfindliches Gleichgewicht; ein wunderbares Werk.“