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The Velvet Underground & Nico, Venus in Furs, 1967

Text/Musik/ Lou Reed

Produzent/ Tom Wilson/ Andy Warhol

Label/Verve

Unabhängig davon, was auf dem Plattencover steht, war Andy Warhol weniger der Produzent von „The Velvet Underground & Nico“ als vielmehr ihr Förderer. Warhol hatte die Band Ende 1965 unter seine Fittiche genommen, nachdem er sie in einer Bar namens Café Bizarre im East Village gesehen hatte. Er finanzierte auch die Aufnahmen des Debutalbums, bestand aber darauf, das die deutsche Schauspielerin mit der rauchigen Stimme, Nico, als Gastsängerin auftrat. Lou Reed zufolge diente Warhol auch als „Protektor“ der Band, indem er Toningenieuren und Labelmanagern Änderungsvorschläge austrieb – unerlässlich in Anbetracht des Sounds der Platte und der Songthemen.

„Venus im Pelz“ lautete der Titel eines Romans des österreichischen Autors Leopold von Sacher-Masoch aus dem 19. Jahrhundert. Der davon inspirierte Song ist ein Mikrokosmos der Albumästhetik: düstere Poesie, eingängige Melodie, fast ein Kinderlied in Moll, und ein rauher Hintergrund, der an ein Grabgesang erinnert. John Cales kreischende Viola brachte Farbe in Maureen Tuckers schnörkellose Drums und Reeds Gitarren Drones (er hatte alle sechs Saiten auf den gleichen Ton gestimmt).

Bei der Erstveröffentlichung wurde das Album mit Nichtachtung gestraft, aber, so witzelte Brian Eno, jeder, der „The Velvet Underground & Nico gehört hatte, zog los und gründete eine Band.