Jefferson Airplane, Somebody to Love, 1966

Text/Musik/ Grace Slick, Darby Slick

Produzent/ Rick Jarrad

Label/ RCA Victor

„Somebody to Love“ erschien auf Jefferson Airplanes zweitem Album „Surrealistic Pillow“, das im Februar 1967 veröffentlicht wurde und dem „San Francisco Sound“ über Nordkalifornien hinaus zu landesweiter Aufmerksamkeit verhalf. Jerry Garcia hatte bei der Aufnahme Gitarre gespielt und auch das Arrangement mitgestaltet. Das Lied wurde als Single-Auskoppelung der erste und grösste Hit der Band. Bereits die erste, von Grace Slick a cappella gesungene Strophe “ When the truth is found“ ist eine Art Weckruf für die überragende Bedeutung der Liebe in einer Zeit, in der sich viele Jugendliche durch das politische und gesellschaftliche System manipuliert und getäuscht fühlten: „When the truth is found to be lies/ And all the joy within you dies/ Don’t you want somebody to love/ Don’t you need somebody to love/ Wouldn’t you love somebody to love/ You better find somebody to love.“

Durch Hits wie „Somebody to Love“ entstand ein landesweites Interesse am „San Francisco Sound“, das nicht nur zu einem Run seitens der Plattenfirmen auf Bands aus der Bay Area führte, sondern sich auch in einer gesteigerten Aufmerksamkeit der Medien für die Gegenkultur der Hippie-Szene in Haight-Ashbury niederschlug.

Bis heute gelten Jefferson Airplane als eine der bekanntesten und kommerziell erfolgreichsten Gruppe der Hippieära. Darby Slick, der mit seinem Bruder Jerry und dessen damaliger Ehefrau Grace die Band The Great Society führte, für die er 1966 den Song „Somebody To Love“ schrieb, den Grace nach der Trennung zu ihrer neuen Band mitnahm, wo er zum grossen Hit wurde, erhält jedenfalls bis heute seine Tantiemen-Checks.

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Jefferson Airplane, Surrealistic Pillow, 1967

Produzent/ Rick Jarrard

Label/ RCA

Während die Beach Boys den Hörern eine Vorstellung von der Surferkultur Südkaliforniens Anfang der sechziger Jahre gaben, vermittelten Jefferson Airplane mit „Surrealistic Pillow“ ein musikalisches Bild vom Sommer der Liebe und der freien Gedanken an der San Francisco Bay. Auf diesem zweiten Album tauchte zum ersten Mal die komponierende und Keyboard spielende Sängerin Grace Slick auf, die beide Erfolgstitel der Platte beisteuerte – das hart rockende „Somebody To Love“ und den Acid-Bolero „White Rabbit“.

Jefferson Airplane kombinierten, ebenso wie Grateful Dead, Folkästhetik und einige ihrer Formen mit entschieden elektrischem Ansatz. Das lispelnde „My Best Friend“ suggeriert den Sound des amerikanischen Westens, basiert aber auf der für die Westküste typischen Lebhaftigkeit. „3/5 Of A Mile In 120 Seconds“ ist Bewusstseinerweiterung in klassischer Blues-Rock-Form. „DCBA-25“ verbindet offenen Country Rock mit dem sparsamen, aber bissigen Schlagzeug der ersten Welle britischen Rocks und durchdringenden Anklängen an Psychedelica – und das alles in zweieinhalb Minuten. „White Rabbit“ lebt als Klassiker weiter – seine Bilder aus „Alice in Wonderland“, sein verführerischer Rhythmus und Slicks durchdringende Stimme bilden die perfekte Mischung für dieses kompakte epische Meisterwerk.

Greatful-Dead-Gitarrist Jerry Garcia hat die Lieder „as surrealistic as a pillow is soft“ genannt und der Band damit einen Albumtitel geschenkt. „Surrealistic Pillow“ von den Jefferson Airplane ist eines der ganz wenigen halluzinogen beeinflussten Alben, in dessen daunenweichen Treibsandkissen-Soundgewebe man sich heute noch verlieren kann.