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Midnight Oil, Blue Sky Mine, 1990

Text/Musik/ Midnight Oil

Produzent/ Midnight Oil, Warne Livesey

Label/ Columbia

Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger spielten Midnight Oil nicht mehr nur in Australien vor ausverkauften Häusern, sondern waren dank des Albums „Diesel And Dust“ im internationalen Mainstream angekommen. Die wilde Energie der ehemaligen Wave-Punk-Rocker – nun in grossartige Konzerte verlegt – machte zeitgenössischen Sounds und sorgsam organisierten Kompositionen Platz.

„Blue Sky Mine“ ist das quasi Titellied des Albums „Blue Sky Mining“ von 1990. Peter Garrett, später australischer Minister for Environment Protection, Heritage and the Arts, singt aus der Sicht eines Arbeiters in den Asbestminen im westaustralischen Wittenoom. Soziale und umweltpolitische Themen gehörten zu Midnight Oil genauso wie der eckige Gesang und die hitzigen Gitarrenbreitseiten. Trotz des schweren Inhalts ist das Lied offen wie der Himmel und steckt voller glücklich machender Momente. Kraft, Inhalt, Melodie: das sind die Pole der Musik einer leidenschaftlichen, wilden und klugen Band, die hierzulande leider auf „Beds Are Burning“ reduziert und arg unterschätzt wurde.

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Midnight Oil, Beds Are Burning, 1988

Text/Musik/ Midnight Oil

Produzent/ Midnight Oil, Warne Livesey

Label/ Columbia

Die Pintupi waren die letzten Ureinwohner Australiens, die ihre traditonelle Lebensweise aufgaben. Diese Aborigines waren erst 1930 in der Gibsonwüste entdeckt und später gewaltsam nach Papunya vertrieben worden, weil man weite Teile ihres Lebensraums in den 50er- und 60er Jahren für Nuklearwaffentests benötigte.

Jahrzehntelang wurden die Aborigines vom australischen Staat benachteiligt, tausende Kinder ihren Eltern weggenommen, um sie nach „weissen“ Grundsätzen zu erziehen, man verweigerte ihnen darüber hinaus die entsprechenden Entschädigungen und die Rückgabe ihres Landbesitzes. Deshalb schrieben Sänger Peter Garrett, Schlagzeuger Rob Hirst und Gitarrist Jim Moginie von der australischen Rockband Midnight Oil diesen Protestsong, der so eingängig und bassgetrieben daherkommt.

Gleich zu Beginn spielt der Text auf die Atombombenversuche an, erzählt vom vertrockneten Fluss, von Holden-Wracks – Holden ist ein australischer Autohersteller – und kochenden Dieselmotoren. Jetzt sei die Zeit gekommen, fair zu sein und endlich den entsprechenden Anteil zu bezahlen: „The time has come/ To say fair’s fair/ To pay the rent/ To pay our share.“ Das Land, das den Aborigines gehört, soll zurückgegeben werden: „It belongs to them/ Let’s give it back“. Auch ein erzwungener Umzug der Aborigines wird erwähnt: „Four wheels scare the cockatoos/ From Kintore East to Yuendumu.“ – „Vier Räder erschrecken die Kakadus/ von Kintore ostwärts nach Yuendumu.“ Wütend und verwundert fragt sich der Sänger, dann im Refrain, wie wir alle noch tanzen können, während die Erde sich dreht, wie wir noch schlafen können, während unsere Betten brennen… „How can we dance when our earth is turning/ How do we sleep while our beds are burning?“