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Blind Faith, 1969

Produzent/ Jimmy Miller, Bob Seidemann

Label/ Polydor

50% Cream, 25% Traffic und 25% Family – eine Mischung, für die geschäftstüchtige Manager und sensationshungrige Journalisten schnell den Begriff „Supergroup“ ins Spiel brachten. Doch die Musiker wehrten sich gegen den massiven Erfolgsdruck durch die Interpretation ihres Bandnamens – Blind Faith: Glaube niemandem blindlings. Nach der Auflösung von Cream traf sich Clapton mit Steve Winwood, um ein paar Songs zu schreiben. Oberstes Gebot – Evolution des Könnens und der instrumentalen Fähigkeiten, ohne sich von der Erwartungshaltung vereinnahmen zu lassen. Mit Ginger Baker, der sich, ohne zu fragen, bei der Band „einnistete“ , und dem Multiinstrumentalisten und Family-Mitglied Rick Grech hatte sich ein aussergewöhnliches Team gefunden, dessen einziges Album zu den Klassikern der Rockmusik zählt.

Schon bei den ersten Tönen des bluesigen Jams „Had To Cry Today“ wird offensichtlich, dass Blind Faith einen Bandsound schufen, der die einzelnen Egos in musikdienliche Bahnen lenkte. Das Stück „Can’t Find My Way Home“ besticht durch die kunstvoll ineinander verschachtelten Gitarren, den emotionalen Gesang Winwoods und die starke Atmospähre, wogegen „Well All Right“ eine Verbeugung vor der 50er-Rock’n’Roll Legende Buddy Holly ist, der den Song auch geschrieben hat. „Presence Of The Lord“ steht für Claptons spirituelle Suche, die er auch noch auf späteren Alben thematisierte. Der hymnische Song hat ein expressives Wah-Wah-Solo.

Die zweite Seite der Platte beginnt mit dem stimmungsvollen „Sea of Joy“, das Grech mit einem Violinen-Solo ausschmückte. Ginger Baker hat seine Sternstunde bei „Do What You Like“, einem Stück mit Jam-Charakter im 5/4 Takt. Hier spielt er eines seiner legendären (und überlangen) Drum-Soli, bei dem seine Liebe zur Fusion afrikanischer und europäischer Rythmen deutlich wird.

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 Cream, Sunshine of your Love, 1967

Text/Musik/ Eric Clapton, Jack Bruce, Pete Brown

Produzent/ Felix Pappalardi

Label/ Reaction

Nach den Massstäben von 1967 war Cream die ulitmative Stilfusion, eine Kombination aus jahrzehntealtem Blues-Idiom, modernsten Jazz-Allüren und Psychdelic Rock mit ganz eigener Nuance. Daher ist es nur logisch, dass „Sunshine of your Love“ so viele Jahre später derart gefeiert wird, denn es verkörpert genau die Synthese aus neu und alt. Der Song ist simpel und komplex zuglewich. So mancher Gitarrenschüler hat in den ersten Unterrichtsstunden Eric Claptons unverwechselbares Riff geübt.

Die besten Kompositionen haben oft Texte (in diesem Fall von dem langjährigen Cream-Mitarbeiter Pete Brown), die sprachlich nicht unbedingt einen Sinn ergeben müssen. Wenn Jack Bruce singt „It’s getting near dawn“, entführt er den Zuhörer in die Zeit des ersten elektrischen Blues, und der Voodoozauber der Worte wird kein bisschen schwächer, nur weil der Sänger – ein studierter Jazzer – kulturell weit weg vom Mississippi-Delta war. Der Song ist höchst emotional; der Erzähler nimmt uns an einen Ort, wo nur das Objekt seiner Begierde zählt. Pfiffig trotz liebeskranker Töne, modern trotz uralter Wurzeln – „Sunshine of your Love“ war und ist ein Statement, das sowohl die Schwingungen seiner Zeit als auch die Talente seiner Schöpfer in sich trägt.