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 Cream, Sunshine of your Love, 1967

Text/Musik/ Eric Clapton, Jack Bruce, Pete Brown

Produzent/ Felix Pappalardi

Label/ Reaction

Nach den Massstäben von 1967 war Cream die ulitmative Stilfusion, eine Kombination aus jahrzehntealtem Blues-Idiom, modernsten Jazz-Allüren und Psychdelic Rock mit ganz eigener Nuance. Daher ist es nur logisch, dass „Sunshine of your Love“ so viele Jahre später derart gefeiert wird, denn es verkörpert genau die Synthese aus neu und alt. Der Song ist simpel und komplex zuglewich. So mancher Gitarrenschüler hat in den ersten Unterrichtsstunden Eric Claptons unverwechselbares Riff geübt.

Die besten Kompositionen haben oft Texte (in diesem Fall von dem langjährigen Cream-Mitarbeiter Pete Brown), die sprachlich nicht unbedingt einen Sinn ergeben müssen. Wenn Jack Bruce singt „It’s getting near dawn“, entführt er den Zuhörer in die Zeit des ersten elektrischen Blues, und der Voodoozauber der Worte wird kein bisschen schwächer, nur weil der Sänger – ein studierter Jazzer – kulturell weit weg vom Mississippi-Delta war. Der Song ist höchst emotional; der Erzähler nimmt uns an einen Ort, wo nur das Objekt seiner Begierde zählt. Pfiffig trotz liebeskranker Töne, modern trotz uralter Wurzeln – „Sunshine of your Love“ war und ist ein Statement, das sowohl die Schwingungen seiner Zeit als auch die Talente seiner Schöpfer in sich trägt.

 

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Cream, I Feel Free, 1966

Text/Musik/ Jack Bruce, Pete Brown

Produzent/ Robert Stigwood

Label/ Reaction

Nach dem Fehlstart der Debutsingle „Wrapping Paper“ musste Cream – die erste Rock-Supergroup der Welt: Jack Bruce, Eric Clapton und Ginger Baker – zeigen, dass sie dem Hype um die Band gerecht werden konnten. „I Feel Free“ beweist: Ernsthafte Blues-Musiker können Popmusik machen.

„I Feel Free“  war ein prima Gaumenreiniger. Der britische Charterfolg kam gerade, als die Beatmusik das Feld entgültig der Psychedelica überliess. Mit markanter Stimme präsentiert Bruce Browns frohe Botschaft von alles verzehrender Liebe. Clapton bündelt seine Fähigkeiten zu einem extrem kurzen Gitarrensolo. Baker war mit seinem Schlagzeugpart nie zufrieden, passt aber hervorragend in das wilde Tempo des Songs.

Der Song, der auf der britischen Ausgabe des Debutalbums „Fresh Cream“ fehlte, war der Opener der USA-Ausgabe und der Anfang einer langen Liebesbeziehung zwischen Amerika und der Band. David Bowie bewunderte den Song, spielte ihn auf der Ziggy Stardust-Tour 1972 und nahm ihn 1993 für sein Album „Black Tie White Noise“ auf.

„I Feel Free“ versetzt den Zuhörer in freudige Erregung und hört auf, wenn es am schönsten ist. Es ist einer der schönsten Cream-Momente überhaupt.