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Eurythmics, When Tomorrow Comes, 1986

Text/Musik/ Annie Lennox, Dave Stewart

Produzent/ Dave Stewart

Label/ RCA Records

1986 war für die Eurythmics das Jahr, in dem sie sich vom reinen Pop abwandten und rockigere Töne anschlugen. Das äusserte sich auf dem Album „Revenge“ und dessen Singles. Dabei war „When Tomorrow Comes“ die erste Single des Albums, und sie war weit weniger erfolgreich als das, was die Beiden vorher so machten. Annie Lennox erzählt hier die Geschichte der Big Mama, die ihren Guten beschützt. Eigentlich ist der Inhalt eine banale Nachtmusik, wäre da nicht der pop-rockige Hintergrund mit Saxophon, Gitarren, Schlagzeug und mehrstimmigem Satzgesang. Eine Kontroverse, die so ziemlich alle Bands, die aus dem New Wave kommen, mit sich herumgetragen haben.

Das Album „Revenge“, auf dem sich „When Tomorrow Comes“ befindet, wurde damals eher als Enttäuschung wahrgenommen,  denn es gab tatsächlich keine Spur mehr vom Wave-Pop, so wie noch auf den Vorgängeralben „Sexcrime“ oder „Love Is A Stranger“, ganz zu schweigen von „Sweet Dreams“. Anderseits war Wave-Pop 1986 schon vorbei und das wussten Dave und Annie und konzentrierten sich vorallem auf poporientierte Powersongs. Ich finde „When Tomorrow Comes“ auch heute noch richtig gut, weil es eben doch anders ist als frühere Sachen. Aber das muss ja nichts heissen, oder?

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Eurythmics, Sweet Dreams (Are Made of This), 1983

Text/Musik/ Dave Stewart, Annie Lennox

Produzent/ Dave Stewart

Label/ RCA

Annie Lennox schrieb 1983 zusammen mit Dave Stewart „Sweet Dreams“. Bis heute hat das Lied nichts von seiner magischen Ausstrahlung verloren. Schon in den 70er-Jahren machten die beiden zusammen Musik. Ausserdem waren sie fünf Jahre lang ein Liebespaar – aber dann kam die Trennung, auch von ihrer Band The Tourists. Als Duo wollten sie aber trotzdem weiter Musik machen. Dave und Annie machten als Eurythmics weiter – und schrieben ihre ersten Songs.

Dave Stewart lieh sich 7.000 Pfund für eine einfache Studio-Ausrüstung, sie mieteten einen schäbigen Raum auf dem Dachboden einer Fabrik, um Songs aufzunehmen. Den Drum-Computer, den Dave gekauft hatte, brachte er stundenlang gar nicht zum Laufen: „Doch plötzlich funktionierte er! Und der Beat von ‚Sweet Dreams‘ war innerhalb einer Minute fertig. Dazu spielte ich das Intro auf dem Synthesizer. Annie hatte bis dahin deprimiert und zusammengerollt auf dem Boden gekauert, als sie den Sound hörte, sprang sie auf und rief ‚Was ist das?‘ Und dann ging alles sehr schnell. Annie spielte dazu auf dem Keyboard, dann kam der Text – und in einer halben Stunde war der Song fertig.“

Auch heute noch klingt das Lied, als ob es in einem teuren Profi-Studio aufgenommen wurde. Dabei hatten die jungen Eurythmics nur ein einfaches Acht-Spur-Aufnahmegerät, ihre günstigen Instrumente und: Milchflaschen. „Wir wollten im Mittelteil diesen besonderen Sound“, so Stewart, „aber wir wussten nicht, wie wir den machen sollten. Also spielten wir mit den Drumsticks auf Milchflaschen.“