John Mayall Blues Breakers with Eric Clapton, 1966

Produzent/ Mike Vernon

Label/ Deram

Zusammen mit Alexis Korner gehörte John Mayall zu den wichtigsten Figuren in der Geschichte des britischen Blues-Booms der 60er Jahre. Während Korners Einfluss auf die Londoner Clubszene beschränkt blieb, wo sich die Rolling Stones 1962 zusammenfanden, war Mayall über Jahrzehnte hinweg ein Talentspäher, der einige der bekanntesten Bluesmusikern Grossbritanniens zu Prominenz verhalf. Eric Clapton, Jack Bruce, Peter Green, Mick Taylor, Aynsley Dunbar und Mick Fleetwood waren nur einige der Musikgrössen, die bei Mayall ihre Passion für den Blues ohne Kompromisse an den kommerziellen Erfolg auskosten durften. So wurden in den Rängen von Mayalls Begleitband Blues Breakers Freundschaften und Allianzen geschmiedet, die zur Gründung der späteren Stadionbands Cream und Fleetwood Mac führten. Womöglich war die Vision des störrischen Sängers, Gitarristen, Keyboarders und Mundharmonikaspielers viel weiter gefasst als jene Korners, weil Mayall nicht aus der britischen Musikmetropole, sondern aus dem Norden Englands stammte.

Ab den 70er Jahren lebte John Mayall im Grossraum Los Angeles, bis zu seinem Tod am 22. Juli 2024. Obwohl er bis ins hohe Alter häufig auf Tournee ging und dabei oft auf die Unterstützung durch seine alten Weggefährten zählen konnte, beruht sein Renommee auf einer einzigen LP. Das sogenannte Beano-Album, das in Wirklichkeit „Blues Breakers“ heisst, hat seit der Erstveröffentlichung im Jahr 1966 nichts von seiner musikalischen Sprengkraft verloren. Wer etwas über den britischen Blues erfahren will, braucht nur das Beano-Album zu hören.

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John Mayall, Empty Rooms, 1970

Produzent/ John Mayall

Label/ Polydor

John Mayall, dessen Gruppe, die Bluesbreakers, sich in den 60er Jahren als Brutstätte für nachmals erfolgreiche Gitarristen, wie beispielsweise Eric Clapton, Peter Green oder Mick Taylor erwiesen hatte, änderte mit „Empty Rooms“ seinen Stil zugunsten einer akustischen Band. Bass, akustische Gitarre, Saxophon und Flöte, von Johnny Almond gespielt, plus Klavier und Mundharmonika und der Verzicht auf einen Schlagzeuger waren ein grosser Wendepunkt in Mayalls Stil.

Dadurch dass die akustische Gitarre nicht elektrisch verstärkt wird, ist die Musik leiser, ohne an rythmischer Intensität zu verlieren. Und man hört auch, dass John Mayall singen kann. Er braucht nicht mehr die Gitarren zu überschreien. Was er singt, sind Geschichten in einfachen Sätzen über Mädchen, wie etwa in dem Song „To a Princess“. Altvater Mayall sagt auch einige Worte zur 68er Revolution: Er gibt seine Segenswünsche, hat aber gleichzeitig eine Warnung parat: „Don’t become a druggie/ Unless you’re too weak to face responsibility“. Das ist wirklich kaum auszuhalten. Ansonsten: „Empty Rooms“ kann man getrost als Klassiker empfehlen. John Mayall zeigt hier einmal mehr, dass er in gutes Gespür für aussergewöhnliche Musiker hatte.