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Muddy Waters, Folk Singer, 1964

Produzent/ Muddy Waters, Ralph Bass, Willie Dixon

Label/ Chess

Im September 1963 bemühte sich Chess Records mit diesem akustischen Folk-Blues Album um ein Stück vom wachsenden Kuchen der akustischen Aufnahmen. McKinley Morganfield, besser bekannt als Muddy Waters hatte da bereits Jahrzehnte in der Blues- und Jazz-Szene von Chicago gespielt und bevorzugte eigentlich die elektrische Gitarre und moderne Blues Interpretationen und hatte damit in den 50er Jahren schon einige Hits gelandet, doch seit 1958 sah es recht düster aus. Die 1964er Veröffentlichung wurde zum Erfolg und definiert bis heute das Genre des akustischen Blues und ist unter audiophilen heiss begehrt.

Zweifellos ist „Folk Singer“ eine faszinierende Bluesscheibe, die auch nach wiederholtem Hören keine Langeweile aufkommen lässt. Die langsamen, beinahe intimen Folkblues-Nummern bestechen durch den intensiven und emotional unglaublich fesselnden Gesang von Muddy Waters sowie durch die brillante Instrumentenabbildung und letztendlich die nicht minder erstklassige Spielweise der Musiker. Begleitet wird Waters von Willie Dixon am Zupfbass, Clifton James am Drumset und Buddy Guy an einer zweiten akustischen Gitarre.

Klanglich wurde hier der Fokus auf die Emotionalität gelegt, die räumliche Abbildung inklusive der Hallanteile ist einwandfrei! Klanglich ist die Platte absolut gelungen. Es kommen zwar nicht die Musiker in den Hörraum, man selbst jedoch ganz eindeutig in das Aufnahmestudio nach Chicago.

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Muddy Waters, I Feel Like Going Home/ I Can’t Be Satisfied, 1948

Text/ Musik/ Muddy Waters

Produzent/ Unbekannt

Label/ Aristocrat Records

Kein Zweifel, der altmodische ländliche Blues wäre längerfristig von der Entwicklung in der populären Musik weggespült worden, hätte ihn nicht sein Retter Muddy Waters in Chicago elektrifiziert. Der weisse Gitarrist George Barnes hatte zwar schon 1938 bei Sessions elekrisch gespielt und auch Tampa Red hatte seine Gitarre ab 1940 verstärkt. Doch sie spielten keinen spezifisch elektrischen Stil, nur etwas lauter als vorher.

Erst durch Muddy Waters wurde der laute, delta-getränkte elektrische Combo-Blues zum Markenzeichen. Muddy Waters war 1943 mit seiner alten akustischen Silvertone-Gitarre nach Chicago gekommen, die sich aber als viel zu leise herausstellte. Auch ein Daumenpick konnte daran wenig ändern. Es gab nur eine Lösung. Muddy war bei Aristocrat/ Chess unter Vertrag, einer Firma, die sich massiv in den Sound ihrer Platten einmischte, frei nach dem Motto: „If shit’s gold, we’ll sell shit.“. Man liess Muddy zwar ab 1948 elektrisch spielen, wie beim kleineren Hit „I Feel Like Going Home/ I Can’t Be Satisfied“, aber nicht mit seiner eigenen Band. Das wurde ihm erst 1950 gestattet, als die aus Polen stammenden Brüder Phil und Leonard Chess ihr eigenes Label, Chess-Records gegründet hatten.

Das Ergebnis unterschied sich auffällig von den Rhythm-&-Blues-Nummern, die in den Jukeboxen liefen, war erdiger, einfacher und ziemlich heavy – authentischer Blues in modernisierter Form. Muddys durchschlagender Erfolg begründete mehr als einen Trend. Es war eine neue Spielweise des Blues. Sie prägte die Aufnahmen aller namhaften Kollegen der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Das betraf nicht nur das Chess-Label, das Musikern wie Jimmy Rogers, Otis Spann und Little Walter – alle aus Muddys Band – oder Howlin’ Wolf, J.B. Lenoir, Bo Diddley und dem in Detroit lebenden John Lee Hooker eine Plattform boten.