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Dexys Midnight Runners, Geno, 1980

Text/Musik/ Kevin Rolands, Kevin Archer

Produzent/ Pete Wingfield

Label/ EMI

Es war 1968 in einem stickigen Club; Kevin Rowlands sah den Soulmusiker Geno Washington, hörte wie die Menge seinen Namen skandierte, und entschied: Das kann ich auch. Es sollte aber noch zwölf Jahre dauern, bis er und sein Songwritingpartner-Kevin Archer die Ferner-Liefen-Punkband The Killjoys verliessen, um, so Rowland „tolle Klamotten zu tragen und gefühlsvolle Musik zu machen“. Sie kleideten sich im Hafenarbeiter-Stil und spielten bläserlastigen, rauhen Arbeiter R&B.

„Geno“, ihre zweite Single, kam auf Platz 1 in Grossbritannien. Die rohe Kraft des Songs kam vom Northern Soul, die Bläser waren Ska pur. Die Band passte perfekt in die 2-Tone-Ära der Specials. Als Hommage taugt „Geno“ jedoch nur bedingt: Rowland zieht zwar seine Wollmütze vor Washington, erklärt ihn aber im Songtext als erledigt; jetzt sei Rowlands Zeit gekommen, der sich aber gnädig seines alten Idols erinnern werde. Dann erzählte er weiter: „Ich weiss, er hat’s vermasselt… hat alle angemacht, aber er wird brutal unterschätzt, vorallem die Band, die er um ’65 hatte. So viel Feuer, so viel Gefühl und totale Überzeugung… diese Stärke und Leidenschaft versuchen wir reinzubekommen“

Aber vielleicht war es doch Geno Washington, der zuletzt lachte. der Erfolg von „Geno“ zog Fans an, die nur auf diesen Song fixiert waren. „Möglich, dass das von unserem Live-Programm abgelenkt und die echten Fans abgeschreckt hat“, mutmasste Archer. Aber was für ein Song!