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AC/DC, Who Made Who, 1986

Text/Musik/ Angus Young, Malcolm Young, Brian Johnson

Produzent/ Harry Vanda, George Young

Label/ Atlantic Records

„Who Made Who“ ist kein wirkliches Album von AC/DC, sondern eine Zusammenstellung aller Songs, welche für die Stephen King Verfilmung „Maximum Overdrive“ verwendet wurde. So schlecht der Film auch ist – man bedenke dass Stephen King dabei sogar selbst Regie führte – so gelungen ist aber der Titelsong, welcher Australiens Export Schlager Nr. 1 zusteuerte.

Bei „Who Made Who“ stellt sich natürlich die alte Frage, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei, oder vielleicht beide miteinander? Endgültig gelöst ist das Problem bislang nicht. Während in der Theologie das Ei das Nachsehen hat, plädiert die Naturwissenschaft entweder für das Ei oder für die philosophisch angehauchte Beide-in-einem-Lösung. Die Philosophie wiederum widmet sich angesichts der Problematik eher Geistigem – Aristoteles etwa meint, Huhn und Ei hätten bereits vor ihrem Auftauchen als Idee existiert, während bei Schopenhauer Huhn und Ei zu einer Kausalkette werden – Ursache und Wirkung, Huhn und Ei, ist ja alles irgendwie daselbe. Paradoxe Antworten findet man auch im Volksmund: „Die Antwort ist einfach – immer das andere“, heisst es da etwa. Klingt durchaus logisch.

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AC/ DC, If You Want Blood You’ve Got It, 1978

Produzent/ Harry Vanda, George Young

Label/ Atlantic Records

Im Oktober 1978 schlug die Scheibe „If You Want Blood – You’ve Got It“ wie eine Bombe ein. Mit Plakaten des Covers – Angus aufgespiesst von seiner geliebten Gibson-SG – wurden die Plattenläden gepflastert. Die unverwechselbare Stimmung eines AC/DC- Livekonzerts (hier das vom 30. April in Glasgow) war blendend eingefangen worden: Schon vor dem Eröffnungstrack „Riff Raff“ ist die Menge in Hochstimmung. Ein tiefes Feedback kündet das Nahen der Truppe an, die ersten Gitarrenriffs bringen das Publikum völlig aus dem Häuschen. Selbst ruhigere Nummern wie „The Jack“ werden begeistert gefeiert: Es ist erstaunlich, was AC/DC aus einem simplen Bluesschema in ruhigem Tempo und einem zynischen Text Bons über seine grosse Liebe, die ihm mit einigen entsprechenden Krankheiten in dauernder Erinnerung bleibt, zaubert.

Bon Scott hat es nicht nötig, die Menge durch langatmige Vertraulichkeiten und Echo-Brüllereien auf seine Seite zu bringen. Ein simples „Give it to me! Give it to me!“ reicht aus. Die Menge singt eine Strophe allein, bis Angus alles mit einem Gitarrensolo krönt. Mit „Angus! Angus!“ feuert die Menge dann den schmächtigen Flummi in Schuluniform zu „Whole Lotta Rosie“ (einem der sexistischen Stücke aus dem in dieser Hinsicht gut sortierten Repertoire über einen schwergewichtigen Schwarm Bons von 120 kg mit den Massen 1207-99-142) an;  und Angus bekam genügend Gelegenheit, seine Fingerfertigkeit an der Gitarre unter Beweis zu stellen. Ein grossartiges Live-Album! Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen – wer Ohren hat, zu hören, der höre!

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AC/DC, Let There Be Rock, 1977

Produzent/ Harry Vanda, George Young

Label/ Albert Productions

Das erste Hammer-Album der australischen Schotten! Ein Werk, das vom ersten Riff bis zum letzten Ton in deinem Kopf explodiert. AC/DC, so wie sie die Welt kennt, erfinden sich auf dieser Scheibe. Selten wird Angus Young effektiver, explosiver und hysterischer in seine Saiten greifen. Das geht schon los beim Eröffnungsstück „Go Down“. In Kombination mit Malcolms Rhythmusgitarre und Bon Scott, der hier zu absoluter Höchstform aufläuft, sind Angus’ Gitarrenläufe einen Kniefall wert. Und das geht dann so weiter mit „Dog Eat Dog“ und dem Titelstück.

Während bei späteren Alben der Startproduzent Robert Lange die Zwischenräume zu einem Wall of Sound verdichtet, sorgten die Produzenten Vanda und Young bei „Let There Be Rock“ dafür, dass die Songs atmen. Es klingt zuweilen so, als würden Chuck Berry und Keith Richards ein Led Zeppelin Album konzipieren. Auf „Let There Be Rock“ get es um das richtige Timing und den richtigen Sound. AC/DC haben sich hier im Griff, spielen bis auf Angus nie auch nur eine Note zuviel.

„Crabsody In Blue“ ist ein lansamer, herankriechender Song, der die Klasse von Drummer Phil Rudd. Hier trifft er sich auf der Kreuzung mit John Bonham und Charlie Watts. Der Text von „Whole Lotta Rosie“ ist witzig und tiefgründig zugleich, eine Gesangsperformance von Bon Scott, die klingt, als habe er sie beim Vögeln mit Rosie aufgenommen.

Mit diesem Album sind AC/DC in der Welt angekommen. Seither wusste die Welt ausserhalb Australiens, welches musikalisches Juwel da geschlummert hat. „Let There Be Rock“ hat die Basis für den Welterfolg gelegt.