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AC/DC, Back in Black, 1980

Text/Musik/ Brian Johnson, Angus Young, Malcolm Young

Produzent/ Tobert J. Lange

Label/ Atlantic

„Back in Black“ war nicht einfach nur ein weiteres AC/DC Album: Es war ihre Rückkehr nach dem Tod von Sänger Bon Scott im Jahr zuvor. Als Homage und Statement wurde es ein mit vielfachem Platin veredelter Triumph, auch dank Songs wie diesen monströsen Titeltrack.

„Back in Black“ basiert auf einer typisch unvergesslichen Gitarrenfigur von Malcolm Young, wurde von Lange auf Hochglanz poliert und von Brian Johnson, dem Bon-Scott-Nachfolger mit der kratzig-ledrigen Stimme, mit Energie versorgt. Fans, die abgeklärte Introspektionen erwartet hatten, waren erleichtert: „Black in Black“ war eingängig und kantig zugleich – eine Seltenheit.

Fast drei Jahzehnte später entzieht sich der Einfluss dieses Songs jeder Schätzung. „Die meisten Bands haben mit dieser Platte gelernt, Musik zu machen“, bemerkte Charlie Benante von Anthrax. Die Beastie Boys sampelten den Song 1985 in „Rock Hard“; ihr Tontechniker George Drakoulias erinnerte sich:“ Rick (Rubin, Produzent) spielte es Angus und Malcolm Young auf dem Walkman vor… sie waren fasziniert und sagten: „Ah, interessant! Aber ist das Schlagzeug nicht sehr laut?

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AC/ DC, Whole Lotta Rosie, 1977

Text/Musik/ B. Scott, M. u. A. Young

Produzenten/Harry Vanda/ George Young

Label/ Atlantic

Suchte man einen Song, der AC/DC in all ihrer anzüglichen Hard-Rock-Herrlichkeiten repräsentiert, wäre man bei „Whole Lotta Rosie“ an der richtigen Adresse. Der schwitzige Höhepunkt ihrer LP „Let There Be Rock“ ist das Vermächtnis eines tatsächlichen Zusammentreffens von Sänger Bon Scott und einer XL-Dame, der titelgebenden „Rosie“, die zwar 120 kg auf die Waage brachte, aber die Leidenschaft und Ausdauer hatte, es „die ganze Nacht hindurch/ rund um die Uhr“ zu treiben. Scott berichtete: „Um aus dem Bett zu kommen, musste ich über sie rüberklettern, das war wie Bergsteigen.“

Themen dieser Art finden sich normalerweise in Umkleidekabinen – wenn Sie gehaltvollere Inhalte in ihrem Rock’n’Roll bevorzugen, ist AC/DC wohl eher nichts für sie. Wir anderen können jedoch „Whole Lotta Rosie“ als das geniessen, was es ist: gigantischer Stadium-Rock, albern, aber nicht geistlos, anzüglich, aber nicht schmierig.

Nach anfänglichem Stop-and-Go rockt die Band plötzlich wie verrückt los, mit beckenscheppernden Breaks und unglaublichen Gitarrensoli von Schuluniform-Fan Angus Young. Man mag Bon Scotts Beschreibungen einer übergewichtigen Dame zweifelhaft finden, aber hört man seine dem Kehlkopf alles abverlangende Stimme, wird klar, dass er wirklich ernst meint, was er da singt. Die Bestätigung lieferte Angus Angus 2000: „Bon hatte diese Vorliebe für dicke Frauen. Er hing immer mit zwei Mädels ab, die wir „Jumbo Sets“ nannten.

„Whole Lotta Rosie“ hat sich einen besonderen Platz in der AC/DC-Diskographie verdient. Mit diesem Song ( und „Nutbush City Limits“) überzeugte der neue Sänger, bei der Audition nach Bon Scotts Tod 1980.