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Claude Nobs, der 3013 verstorbene Gründer des Montreux Jazz Festivals, war der bestvernetzte Konzertveranstalter der Schweiz. Er scheute keinen Aufwand, um seine Wunschstars an den Genfersee zu holen. 1971 gelang ihm mit dem Engagement der Soul-Diva Aretha Franklin einer seiner ersten Coups.

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Aretha Franklin, Respect, 1967

Text/Musik/ Otis Redding

Produzent/ Jerry Wexler

Label/ Atlantic

Wenn bei den Grammy Awards extra eine neue Kategorie geschaffen wird, um einem Song die gebührende Ehre zu erweisen, weiss man, dass dieser Song etwas Besonderes ist. So gewann Aretha Franklin 1968 den ersten Grammy in der Kategorie „Best Female R&B Vocal Performance“, für ihre feurige Interpretation von Otis Reddings „Respect“.

Viele Leute hatten 1967 Respekt bitter nötig, nicht zuletzt die 25jährige Pfarrerstochter selbst. Die schwarze Community war drauf und dran, ihre Heimatstadt Detroit niederzubrennen, um den Demütigungen der rassistischen Demokratie ein Ende zu setzen. Frauen begannen, die Ziele der Bürgerrechtsbewegung auf ihren eigenen Kampf für gesellschaftliche Gleichberechtigung zu übertragen. Und Aretha Franklin bemühte sich, ihre Karriere nach der Columbia-Records-Flaute bei Atlantis wiederzubeleben. Sie wurde mit Gospel gross, kannte sich im Jazz aus, und nun wollte ihr neuer Produzent, Jerry Wexler, sie zum Predigen bringen. Ihn zweieinhalb Minuten nahm sich die künftige „Queen of Soul“ all dieser Angelegenheiten an.

Vor den Aufnahmen änderten Aretha und ihre Schwester Carolyn den Beat und schrieben neue Gesangsarrangements, sie erfanden auch das charakteristische Buchstabieren des Titels. Ohne R-E-S-P-E-C-T gäbe es keine Liebe, sang Franklin wissend und voller Überzeugung, und machte „Respekt“ zum Universalgebot der Vernunft.