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Jeff Beck, Truth, 1968

Produzent/ Mickie Most

Label/ Columbia

Jeff Beck, der beste, aber auch der am wenigsten produktive der Gitarrenhelden, hatte nach seiner Trennung von den Yardbirds eine Solokarriere eingeschlagen und arbeitete schliesslich mit dem Pop-Produzenten Mickie Most. Bei der Hitsingle „Hi Ho Silver Lining“ bestand Most noch darauf, dass Beck sang, unter Missachtung des eigentlichen Sängers der Gruppe – Rod Stewart. Doch auf der LP bekam Stewart seine Chance.

„Morning Dew“ ist vielleicht besser als die Hitversion von Tim Rose; „You Shook Me“ wurde kurze Zeit später von Led Zeppelin eingespielt, dessen Leader Jimmy Page der Kollege von Beck bei den Yardbirds gewesen war. „Shapes Of Things“ war bereits für die Yardbirds ein Hit gewesen, doch weder Beck noch Most hielten ursprünglich eine Neuauflage für lohnenswert, während zwei Songs von Willie Dixon respektvoll eingebaut wurden.

„Greensleeves“ wurde auf Mickie Mosts Gitarre gespielt, und „Ol’ Man River“ zeigt Rod Stewart von seiner besten Seite. „Beck’s Bolero“ listete als Schlagzeuger „you know who“ (es war Keith Moon) statt Mickey Waller, während der Bass von Rods Kumpel Ronnie Wood gespielt wird.

„Truth“ war in Amerika ein Erfolg, doch in Becks Heimat kam die Platte unklärlicherweise nicht an. Spätere Beck-Alben haben Grammy gewonnen, doch dies ist seine beste Scheibe – nicht zuletzt wegen dem Magritte-Gemälde auf der Plattenhülle.

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The Yardbirds, Happening’s Ten Years Time Ago, 1966

Text/Musik/ Yardbirds

Produzent/ Simon Napier Bell

Label/ Columbia (UK)

Dies ist die einzige Single der Yardbirds, in der Jimmy Page und Jeff Beck zusammen Gitarre spielen, und eine von nur drei Aufnahmen der Band, bei der beide mitwirkten (die anderen beiden „Psycho Daisies“ und „Stroll On“ vom Soundtrack zu Michelangelo Antonionis „Blow Up“). Im Katalog der äusserst experimentierfreudigen Band, mit Tracks wie „Still I’m Sad“ und „Shapes of Things“, ist dies ihre progressivste Platte, ein früher Meilenstein psychedelischer Musik.

Jimmy Page war als Ersatz für Bassist Paul Samwell-Smith zu den Yardbirds gestossen, wechselte aber bald zur Leadgitarre. Hier spielte er im Doppel mit Jeff Beck eine dichte, vielschichtige Platte ein, mit Feedbacks, Gitarren, die Polizeisirenen und eine Explosion imitieren, Rückwärts-Aufnahmen und einem donnernden Riff, gekrönt von Keith Relfs Interpretation eines verquasten Textes, der vage auf die Inkarnation anspielt („Was it real, was it in my dreams? I need to know what all that means“). John Paul Jones spielt Bass, wie später auch bei Led Zeppelin ( die anfangs The New Yardbirds hiessen).