R-1925378-1423348770-8825.jpeg.jpg

The Yardbirds, Five Live Yardbirds, 1964

Produzent/ Giorgio Gomelsky

Label/ Columbia

Dass das erste Album der Yardbirds ein Live-Album ist, liegt zum einen vielleicht daran, dass Singles damals das bevorzugte Format waren – zum anderen waren die Yardbirds aber auch Live eine starke Gruppe. Sie hatten im Crawdaddy Club 1963 die Stones als Haus-Band abgelöst, hatten den amerikanischen Blues-Harper Sonny Boy Williamson auf dessen Tour begleitet und sie hatten mit dem jungen Eric Clapton einen Gitarristen in der Band, der mit seinen Soli und seinem (damals) sehr harten Spiel manche Songs durch instrumentale Kabinettstückchen auf ein höheres Niveau heben konnte.

Es war also eine kluge Entscheidung, das LP Format für eine Live Platte zu nutzen. Das Album wurde im Marquee Club aufgenommen (auf der CD gibts noch etliche andere Tracks dazu – auch aus dem Crawdaddy). Natürlich sind hier die für britische Bands üblichen Blues- und Rock’n’Roll-Cover-Versionen versammelt: Zwei mal Bo Diddley („I’m A Man“ und „Here ‚Tis“), über fünf Minuten „Smokestack Lightning“ von Howlin‘ Wolf, mit „Good Morning Little School Girl“ und „Sweet Little Sixteen“ wird Chuck Berry gehuldigt – und das alles auf hohem instrumentalem Niveau, aber man muss bei der LP auch bedenken: Es war 1964 – der Klang ist roh und simpel, Soli sind noch eine uneitle und unschuldige Zurschaustellung des Könnens der Musiker und Keith Relf war nicht der beste Sänger seiner Zeit. „Five Live Yardbirds“ ist wild und ungestüm, mit allen positiven und negativen Eigenschaften seiner Zeit. Wer Eric Clapton vor seinem Aufstieg zum „Gitarren-Gott“ hören will, sollte sich das Album anhören.

yardbirds-ger484.jpg

The Yardbirds, Happening’s Ten Years Time Ago, 1966

Text/Musik/ Yardbirds

Produzent/ Simon Napier Bell

Label/ Columbia (UK)

Dies ist die einzige Single der Yardbirds, in der Jimmy Page und Jeff Beck zusammen Gitarre spielen, und eine von nur drei Aufnahmen der Band, bei der beide mitwirkten (die anderen beiden „Psycho Daisies“ und „Stroll On“ vom Soundtrack zu Michelangelo Antonionis „Blow Up“). Im Katalog der äusserst experimentierfreudigen Band, mit Tracks wie „Still I’m Sad“ und „Shapes of Things“, ist dies ihre progressivste Platte, ein früher Meilenstein psychedelischer Musik.

Jimmy Page war als Ersatz für Bassist Paul Samwell-Smith zu den Yardbirds gestossen, wechselte aber bald zur Leadgitarre. Hier spielte er im Doppel mit Jeff Beck eine dichte, vielschichtige Platte ein, mit Feedbacks, Gitarren, die Polizeisirenen und eine Explosion imitieren, Rückwärts-Aufnahmen und einem donnernden Riff, gekrönt von Keith Relfs Interpretation eines verquasten Textes, der vage auf die Inkarnation anspielt („Was it real, was it in my dreams? I need to know what all that means“). John Paul Jones spielt Bass, wie später auch bei Led Zeppelin ( die anfangs The New Yardbirds hiessen).