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Pink Floyd, See Emily Play, 1967

Text/Musik/ Syd Barrett

Prodzent/ Norman Smith

Label/ Columbia

Pink Floyd erlaubten sich kurzzeitig, sehr gute Pop-Singles zu machen. Ihr zweiter Streich „See Emily Play“ war der grösste Hit des Jahres 1967 ohne Lennon/McCartney-Stempel.

Der Song trug ursprünglich den Namen einer Floyd-Show in London, „Games for May“, aber Bandleader Syd Barrett taufte ihn in „See Emily Play“ um, inspiriert durch ein „psychedelisches Schulmädchen“ im Publikum des Londoner UFO-Clubs. Dennoch kamen „kaum (psychedelische) Special-Effects zum Einsatz“, sagte Keyboarder Rick Wright, „das bisschen Hawaii“ am Ende jeder Strophe, das war einfach nur Syds Bottleneck mit Hall.“

Syds Nachfolger an der Gitarre, David Gilmour, besuchte die Band im Mai 1967 und war schockiert, seinen Freund „mit glasigen Augen und nicht besonders nett“ zu erleben. Live kämpfte sich Pink Floyd manchmal durch „Emily“ oder spielte stattdessen das Instrumental „Reaction in G“. „Wir tourten durchs Land und spielten unsere sonderbare Musik, und die Besucher waren stinksauer“, erinnerte sich Drummer Nick Mason. „Die Organisatoren kamen hinter die Bühne und fühlten sich abgezockt, weil „See Emily Play“ nur drei Minuten gedauert hatte.“

Barrett weigerte sich, die Sendung in der britischen Fernsehshow „Top of the Pops“ zu promoten, weil, so Waters,“John Lennon ‚Top of the Pops‘ nicht machen musste, also musste er es auch nicht.“

David Bowie – der den Song 1973 auf „Pin Ups“ coverte – bemerkte: „Pink Floyd hatten einen Hit, und ein paar Monate lang waren sie einigermassen angesagt. Syd wollte nicht dazugehören, also klinkte er sich aus. Und ich verstand, warum… sie wurden gebilligt. Niemand will gebilligt werden.“