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Joe Strummer & The Mescaleros, Streetcore, 2003

Produzent/ Rick Rubin, Martin Slattery, Scott Shields

Label/ Hellcat Records

„Streetcore“ ist das letzte Vermächtnis von Joe Strummer, dem Kopf der legendären Punkband The Clash. Darauf erweist er sich als würdiger Songwriter in der Tradition von Folkprotestsängern wie Woody Guthrie oder dem jamaikanischen Reggae-Rebellen Bob Marley, dessen „Redemption Song“ er mit grabestiefer Stimme als akustische Folkversion eine ganz eigene Note verleiht. Acht eigene Songs sind auf der LP sowie ein weiteres Cover, „Silver And Gold“, das auf dem 1952er-Klassiker „Before I Grow Too Old“ von Bobby Charles basiert. Der fröhliche Hillbilly-Tanz mit Mundharmonika und Fidel klingt wie ein prophetischer Abgesang des Briten, der vor Fertigstellung des Albums verstarb. Es wurde überwiegend live eingespielt, ein Teil davon im Haus des Produzenten und Pianisten Rick Rubin — und darum klingt es auch so frisch und lässig.

Neben Strummers Band The Mescaleros waren ein paar Gäste dabei. So entstand auch „The Long Shadow“, ursprünglich für Johnny Cash gedacht, mit dessen Gitarristen Smokey — ein wunderbarer Country mit Duettgesang. Wild, schnell und rau sind „Coma Girl“, der Punkrock „Arms Aloft In Aberdeen“ und „All In A Day“. „Get Down Moses“ hingegen ist ein Rebel Reggae mit Gospeleinfluss und altmodischer Hammondorgel. Auf „Midnight Jam“ arbeitet Strummer mit traumartigen, atmosphärischen Sound-Collagen und Zitaten wie Joe Jackson. Und „Ramshackle Day Parade“ ist eine Hymne, die Punk und Beatles‘ „We Love You“ vereint. Sozusagen Joe Strummers musikalische Versöhnung zwischen Beat, Brit und Punk.