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Nina Hagen Band, 1978

Text/Musik/ Nina Hagen, Nina Hagen Band

Produzenten/ Nina Hagen Band, Tom Müller, Ralf Nowy

Label/ CBS

Ihr Debutalbum. Kurz vorher, 1978, hatte sie gemeinsam mit ihrer Mutter im Zuge der Ausbürgerung ihres Stiefvaters Wolf Biermann aus der DDR rübergemacht, nun etablierte sie sich als der erste Punk der Nation und sorgte im öffentlich-rechtlichen österreichischen Fernsehen für einen Eklat, als sie eine Spur zu direkt vorführte, wie frau sich selbst befriedigt. In der DDR bereits ausgesprochen populär mit Hits wie „Du hast den Farbfilm vergessen“ zeigte sie auf ihrem Erstling, dass sie durchaus auch im Westen auf eigenen Beinen stehen kann und nicht nur irgendjemandes. Somit kann „Unbeschreiblich Weiblich“ durchaus als Geburtsstunde der Grrl-Power-Bewegung bezeichnet werden. Dann ist da der „TV-Glotzer“, Coverversion des als unkopierbar geltenden „White Punks On Dope“ der Tubes, da ist natürlich „Auf’m Bahnhof Zoo (im Damenklo)“, und das A-Capella-Liedchen „Fisch im Wasser“, das nur aus einer einzigen Textzeile besteht: „Ich will ein Fisch im Wasser sein, im flaschengrünen tiefen See, ich will mit Wasser mich besaufen und paar Blasen blubbern lassen“.

Die Intensität ihres Debutalbums hat Nina Hagen später nie wieder erreicht. Leider. Nach einem weiteren Album, das mehr auf Druck der Plattenfirma als auf Wunsch der Musiker entstanden ist und auf dem die Spannungen bereits spürbar waren, löste sich ihre Band auf. Danach lief Nina Hagen so ziemlich jedem abgefahrenen Trend hinterher, begann an die Existenz von UFOs zu glauben, gab sich irgendwelchen indischen Gottheiten hin, trat in noch mehr Talkshows auf und aus Geldmangel ihre ehemaligen Musikerkollegen. Schade, es hätte so schön werden können.