
The Pogues, Rum Sodomy & the Lash, 1986
Produzent/ Elvis Costello
Label/ Stiff Records
Mal ehrlich, haben Sie nicht manchmal Lust cool an der Theke zu stehen? Saufen, gröhlen, hässlich sein? Juckt es nicht manchmal Fussballchöre anzustimmen und „You’ll Never Walk Alone“ zu johlen? Aber die Zeiten sind eben nicht mehr danach, und so müssen wir uns halt mit dem Pogues zufriedengeben um das Geheule vom verdrängten Proll im tiefsten Inneren anzuhören. Und so legen wir „Rum Sodomy & the Lash“ auf und sagen, isch doch aues nid so schlimm, diese verrückten englischen Iren lassen sich das Singen auch nicht verbieten. Die Platte ist gut, schliesslich wurde sie von Elvis Costello produziert, der weiss was gut ist…
Von den zwölf Songs eignen sich jedoch nicht alle zu therapeutische Behandlung von Biertisch-Neurosen. „The Gentleman Soldier“ und „The Band Played Waltzing Matilda“ sind Lieder vom Krieg. Erzählungen von kleinen Soldaten, hart aber wahr. Ebenfalls verhalten, aber Balsam fürs Herzeleid ist „A Pair Of Brown Eyes“, gut geeignet für Bauern-Hochzeiten, wenn drei Viertel der Gäste schon unter dem Tisch liegen und nur noch der Pfarrer und das Brautpaar fit sind. Und von der epochalen Version des Ewan MacColl-Klassikers „Dirty Old Town“ muss ich erst gar nicht sprechen. Durch Folklore zu mehr Lebensglück mit den Pogues.









