
David Lowery, The Palace Guards, 2011
Label/ Blue Rose Records
Produzent/ David Lowery, John Morand, Alan Weatherhead
So richtig oben angekommen ist David Lowery weder mit der Band Camper van Beethoven, noch mit dem Anfang der Neunzigerjahre gegründeten Projekt Cracker. Als Lowery seinerzeit merkte, dass Camper van Beethoven nur ein auf Ironie und Kennerschaft getrimmtes Studentenpublikum erreichen konnte, entwarf er mit Johnny Hickman zusammen ein Konzept, wie zeitgemässe Rockmusik der Neunziger sich anhören sollte. Dieser Reissbrett-Rock entpuppte sich nach anfänglichen Erfolgen aber auch nicht tragfähig genug, um aus Lowery den Tom Petty seiner Generation zu machen.
Dann hat man von dem 1960 von einem amerikanischen Luftwaffe-Offizier und einer englischen Working-Class-Hausfrau geborenen selbstbezogenen, oft bekifften und betrunkenen Alternativ-Rockstar lange nichts mehr gehört – der Mann schien verschwunden zu sein. Doch Lowery hat das Pferd noch einmal aufgezäumt. 2011 erschien sein erstes Solo-Album: „The Palace Guards“ ist ein Wunderwerk der Nicht-Authentizität, eine von Tumbleweeds durchwehte, von Leuchtreklamen bestrahlte Wunschbiographie mit politisch gemeinten Texten wie sie in den USA als links durchgehen. Die Musik dieses Mannes ist tadellos ausgeführt und kommt aus ganzem Herzen. Yee-haw!









