
Holly Goligthly, The Good Things, 1995
Produzent/ Holly Goligthly
Label/ Damaged Goods
In unseren unseligen Zeiten sind sie rar geworden, die (musikalisch) wirklich unverwechselbaren Gestalten. Ich erspar mir hier mal die übliche „früher war alles besser“ Leier (dass das so ist wissen wir doch eh alle…), dabei würde die genau hier doch wunderbar passen: schliesslich liegen die im Schaffen von Miss Goligthly so geschätzten Dekaden doch schon so zwischen 80 und 50 Jahren zurück. Mit ihrer unnachahmlichen Art, die die Dame zu eben so einem Charakter macht, wie er eingangs beschrieben wurde, ist auch diese eingespielte Scheibe ein Volltreffer.
„The Good Things“ ist ein herrlich unaufdringliches Album voller Perlen, die grob zwischen Country, Folk und Blues schweben; dabei sind sie ohne das geringste Anzeichen von Staub herrlich „altmodisch“, ohne 2026 unpassend zu wirken. Das liegt wohl daran, dass die Musik einfach zeitlos ist. Vierzehn wahnwitzige Beat-Hymnen mit laszivem Gesang, wummerndem Bass, polternden Drums, Quängel-Gitarre und quietschender Schweine-Orgel. Und weil das Ganze so herrlich dilettantisch, komisch, verwegen und doch vertraut klingt, findet sich hier natürlich Hit um Hit: „Wherever You Were“”, „Expert“, „Without You“ oder Wreckless Eric`s „Comedy Time“. Das alles im hippen Blümchen-Cover, selbstproduziert, in Kleinstauflage vertrieben und doch so belebend wie der erste Kaffee. Grandios.









