
Dan Stuart with Twin Tones, Marlowe’s Revenge, 2016
Produzent/ Danny Amis
Label/ Fluff and Gravy Records
Mitte der 90er Jahre hatte er Green on Red den Laufpass gegeben für ein Duoprojekt mit Al Perry, aber dann schien er doch das Soloalbum für die ehrlichste Form der Veröffentlichung zu halten. „Marlowe’s Revenge“ ist Dan Stuarts Aufarbeitung seines Exils in Mexiko zu Beginn dieses Jahrzehnts. Besonders Mexico City spielt hier eine Rolle im selbstreinigenden Rückblick auf eine traumatische Zeit heftigster Exzesse und Versuche der Selbstzerstörung. Hätte man nicht vermutet, wenn Dan Stuart und Green on Red früher leutselig zur nächsten bierseligen Sause aufspielten; wer hat da schon den Texten gelauscht?
Auf „Marlowe’s Revenge“ kann man einen musikalisch gewandelten, aufgeräumten, besonnenen, fast melancholischen Stuart treffen, der so nebenbei auch gleich den trocken-coolen Arizona-Sound in seiner Lässigkeit als heuchlerisch entlarvt. Auf den Entschluss zu überleben reduziert, („ Last Blue Day“, „ So Un Hombre“ oder in „Name Hog“) steckte Dan hier die Nase weit über den Tellerrand der meist nonchalant-rumpelnden Americana-Klänge hinaus.









