
Neil Young, Zuma 1975
Produzent/ Neil Young, David Briggs
Label/ Reprise
Einer meiner Lieblingsscheiben von 1975 ist Neil Young’s „Zuma“. Es ist ein Album, das mich in seiner inneren Konsistenz von Text und Melodie, Gesang und Instrumentierung noch heute überzeugt. Zentrales Thema von „Zuma“ ist die Liebe – verlorene Liebe. Bewältigung des Vergangenen, das Wiederfinden der eigenen Persönlichkeit und vorsichtiges Suchen nach neuer Bindung. Das Stadium von Schmerz und Verzweiflung ist überwunden. Young äussert sich in milder Resignation, ein wenig Wehmut klingt an, und es gelingen ihm sogar ein paar Stücke von bemerkenswert aggressiver Verärgerung.
Eine lange Instrumentalpassage, die mit unaufdringlicher Intensitätssteigerung eine sehr entspannte Stimmung schafft, leitet das ausgedehnte Epos „Cortez the Killer“ ein. Erzählt wird von der Zerstörung des Aztekenreichs unter König Montezuma durch den spanischen Konquistador Hernando Cortéz – Sinnbild für die Zerstörung eines paradisischen Lebensgefühls. Durch seine Eroberung verändert der Eroberer das, was er erobern wollte. Und je weiter er mit seiner Eroberung fortschreitet, desto mehr geht die Reinheit, die er suchte, verloren, blieb unerreichbar, irgendwo „there“. Wenn er ein wenig behutsam vorgeht, verirrt er sich auf halbem Weg. Wenn er nicht weiss, was er tut, und immer nur aufgeregt weiter drauflosstürmt auf den Reiz des Neuen und Unbekannten, das ihn in seinen Bann gezogen hat, dann zerstört er am Ende alles. Das ist der Fluch des Quetzalcoatl, den Montezuma in Cortéz personifiziert sah und Neil Young in sich selbst.









