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Family, Music In A Doll’s House, 1968

Produzent/ Dave Mason

Label/ Reprise

„Music In A Doll’s House“ war das geniale Debutalbum der Band von 1968. Wenn Family hier auch noch nicht so grossartige Songs komponierten wie auf „Entertainment“, sind hier schon alle ihre Qualitäten erkennbar: die einzigartige Stimme von Roger Chapmann, der aus der sanftesten Melodie heraus gleichsam explodieren kann. Das Arrangement ist einfach schräg und immer wieder grossartig unharmonisch.

Angefüllt mit atemberaubenden Melodien, ständig im Spannungsfeld zwischen der Rauheit der Strasse und tiefer Melancholie pendelnd, und gekrönt von der einzigartigen gurgelnden Stimme von Roger Chapman, hatte diese Platte wiederum einen sehr starken Einfluss auf später berühmt gewordene Bands wie King Crimson, Jethro Tull, Genesis der Gabriel-Ära und viele andere.

Es ist schade, dass „Music In A Doll’s House“ heute fast vergessen ist. Dabei ist dies die Ursuppe, aus der in den 70er Jahren dann vieles Grossartige entstanden ist. Meines Wissens gibt es in der Pop- und Rockmusik nichts Vergleichbares. Hören, sich verzaubern lassen und in die Puppenstube einziehen!

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Family, It’s Only a Movie, 1973

Produzent/ Family

Label/ Raft Records

Die Band Family zählte zu den Aushängeschildern der progressiven Rockszene in England. Zwischen 1968 und 1973 veröffentlichten sie eine Reihe von Alben, die zwar kein grosser kommerzieller Erfolg wurden, die aber aus heutiger Sicht als Klassiker der innovativen Rockmusik gelten dürfen, wobei im Vergleich zu Bands wie Yes oder ELP bei aller Experimentierfreude stets ein bodenständiges Rockverständnis bestimmend war.

„It’s only a Movie“ ist Familys letztes Album. Man findet hier die typischen Elemente ihrer Musik, wobei die Songs insgesamt etwas zugänglicher daher kommen als auf früheren Veröffentlichungen. Dennoch ist das alles andere als Massengeschmack. Die Scheibe bietet ziemlich originelle Songideen mit recht schrägen Einfällen, wobei sich das Geschick  der beiden Komponisten Roger Chapman und Charlie Whitney darin zeigt, das Aussergewöhnliche in einem funktionierenden und kompakten Song zusammenzubringen.

Unterschiedliche stilistische Einflüsse, die zu einem eigenständigen Sound verwoben werden, prägen ein Album mit diverser Rhythmik, einer ausgewogenen Mischung zwischen entspannten und beschwingten Stimmungslagen sowie einem vielfältigen Gesamtsound, der neben der herkömmlichen Rock-Instrumentierung mit vielen Bläsereinlagen und Streicherarrangements daherkommt und auch wesentlich vom exquisiten Keyboard-Spiel Tony Ashtons profitiert, das gleichberechtigt neben der Gitarre Whitneys steht. Über all dem schwebt die Reibeisenstimme Chapmans, die wesentlich zum Rockaspekt der Musik beiträgt.

Das Ganze klingt den auch so ganz und gar nicht wie der Abgesang einer Band ohne Zukunft. Mit seinen Parodien auf die musikalische Untermalung zu Stummfilmen, dem virtuosen Spiel mit Persepektivwechseln, den harten musikalischen Schnitten und ironischen Geräuschzitaten ist „It’s Only A Movie“ eine überaus gelungenes Album und mithin ein Beweis für die kreative und innovative Kraft der Band Family.