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The Beatles, Paperback Writer/ Rain, 1966

Text/Musik/ Lennon/ McCartney

Produzent/ George Martin

Label/ Odeon

Am 10. Juni 1966 erschien die Beatles-Single „Paperback Writer/Rain“. Die Aufnahmen wurden im April und Mai in den Abbey Road Studios abgeschlossen, wo die Band erstmals auf neue Verstärkertechnik sowie modernstes Aufnahmeequipment zurückgreifen konnte. Vor allem wurde am Bass-Sound von Paul McCartney gewerkelt. Zu diesem Zweck setzte Paul erstmals anstatt seinem Hoefner-Violinenbass einen moderneren Rickenbacker-Bass ein. Bei der Abmischung des Songs wurde das Schlagzeug erstmals in einem Stereospektrum aufgeteilt: Snare und Cymbals waren links, die Tom-Toms in der Mitte und die Bassdrum rechts zu hören. Ausserdem wurden Echo-Effekte auf die Stimmen gelegt. Charakteristisch für Paperback Writer war natürlich der mehrstimmige Gesang, der Background-Chor wurde quasi in einer Art Kanon dem Kinderlied „Frère Jacques“ entliehen.

Das von John Lennon komponierte Stück „Rain“ gilt als die beste Single-B-Seite der Beatles überhaupt! Auch hier wurde mit den neuesten Techniken gearbeitet. Am Ende des Songs hört man John rückwärts singen, ein Experiment das auf der kommenden Albumveröffentlichung Revolver noch ausgebaut werden sollte. Angeblich ist John nur zufällig auf diesen Effekt gestoßen, weil er ein Aufnahmeband falsch eingelegt hatte.

Auch diese Single wurde wieder ein Welthit, allerdings wurde in England auf Anhieb diesmal nur Platz 2 erreicht. Platz 1 der Charts folgte erst eine Woche später. In Deutschland und Amerika sprang ebenso Platz 1 der Charts heraus. Zur Förderung des Plattenverkaufs wurden für die zwei Songs erstmals Filme gedreht. Sozusagen die Erfindung des Musikvideos:

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The Beatles, Strawberry Fields Forever, 1967

Text/Musik/ Jiohn Lennon, Paul McCartney

Produzent/ George Martin

Label/ Parlophone

Während den Dreharbeiten zu Richard Lesters Film „How I Won the War“ im Süden Spaniens, in Almeria, hatte John Lennon zwischen den Aufnahmen viel Zeit, Marihuana zu rauchen und nachzudenken. Das Ergebnis ist das vielleicht grossartigste Werk der psychedfelischen Ära; eine träumerische, freie Verbindung von Erinnerung und Introspektion.

Den Text fand Lennon, als er sich an einen Lieblingsplatz seiner Kindheit erinnerte, ein Waisenhaus der Heilsarmee namens Strawberry Field in Woolton, einem Vorort von Liverpool; als Kind hatte er häufig das alljährlich stattfindende Gartenfest im benachbarten Park besucht. Im Song dient der Ort jedoch nur als Katalysator für eine Abspaltung seines Bewusstsein, einen Ort, wo „nichts real ist und es nichts gibt, wegen dem man durchdrehen müsste.“

Zurück in London spielte Lennon den Song Produzent George Martin vor, der sofort von der „vage impressionistischen Traumwelt“ des Songs begeistert war. Martins Arrangement mit Bläsern und Streichern ist ein wunderbarer Kontrast zu Paul McCartneys Mellotron und George Harrisons Surmandal (ein indisches Saiteninstrument).

Die Beatles verbrachten Ende 1966 im Laufe eines Monats 45 Stunden in den Abbey Road Studios damit, den Song aufzunehmen. Zwei mögliche Versionen kristallisierten sich heraus, die Martin auf Lennons Bitte nahtlos zusammenschnitt, obwohl beide sich in Tempo und Tonart leicht unterscheiden. Das „Sgt. Pepper’s“- Album war zwar in Arbeit, aber Manager Brian Epstein drängte auf eine Single. Also kam der Song zusammen mit „Penny Lane“ auf eine Doppel-A-Seite.

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The Beatles, With The Beatles, 1963

Pruduzent/ George Martin

Label/ Parlophone

„With The Beatles“ war das erste Album einer britischen Band, das mehr als eine Million Mal verkauft wurde. Damit wurde die Position der Beatles an der Spitze der englischen Hitparade entgültig unangreifbar. Die Platte wurde an sechs Tagen zwischen Juli und Oktober 1963 aufgenommen und strahlt Heiterkeit und Selbstvertrauen aus. Zwar war es im Grunde noch eine Auswahl von im Studio eingespielten Live-Songs und hastig komponierten Originalen, doch EMI zeigte Vertrauen in die Vier, denn die LP enthielt keine einzige Single – was für jene Zeit absolut neu war.

Bei der Auswahl der Coverversionen spürt man den Einfluss von Motown. George Harrison und John Lennon liefern einen unvergesslichen Tribut mit „You Really Got A Hold On Me“ (The Miracles) und Lennons fetziger Stil bei Barrett Strongs „Money“ ist ein echter Reisser. Bei den Originalsongs setzen „Little Child“ und „It Won’t Be Long“ das frenetische Tempo der ersten LP fort. „All My Loving“ ist der erste Klassiker von Paul McCartney, er wird allerdings übertroffen vom besonnensten Lied der LP: „All I’ve Got To Do“ gehört zu den intimsten Augenblicken der Beatles – Lennon in Hochform.

Das Coverphoto wurde von Robert Freeman im August 1963 im Bournemouth Palace Court Hotel aufgenommen und zeigt die Beatles fast wie Ikonen – diese Aufnahme war nicht nur stilbildend für die Band, sondern für die 60er Jahre insgesamt.

„With The Beatles“ wurde von einem hingerissenen Publikum begeistert empfangen und ist immer noch hörenswert. Aus acht Tracks und dem Cover wurde das US-Debüt „Meet The Beatles“. Von dort war es nur noch ein Schritt bis zur Weltherrschaft.