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Bo Diddley, A Man Amongst Men, 1996

Produzent/ Mike Veron

Label/ Atlantic Records

Elias McDaniel alias Bo Diddley gehört zu den Urgesteinen des Rock’n’Roll. Dass er zwischenzeitlich in New Mexico den Job eines Sheriffs übernahm und seit 1976 keinen Vertrag mehr bei einer grossen Firma hatte, bedeutete nicht Diddleys Abdankung. Dies beweist seine Rückkehr mit „A Man Amongst Men“. Der Mann vom Mississippi legt hier rockend und rollend ein beachtliches Tempo vor, und tief gräbt er nach den Wurzeln des Blues. Zu den Studiogästen, die dem 67jährigen unter die Arme greifen, gehören Keith Richards und Ron Wood, Richie Sambora und Johnny „Guitar“ Watson.

Der alte Mann vom Mississippi legt hier in seiner unnachahmlichen Art ein beachtliches Tempo vor in seiner typisch archaischen Rhythm & Blues-Manier. Aber auch für exotische Einflüsse zeigt er sich offen, wie in dem Stück „Coatimundi“,wo sogar Karibik-Flair aufkommt. Danach folgt ein reinrassiger Blues und bei „Kids don’t do it“, einem Pamphlet gegen Drogen und Gangs, erhebt Diddleys Enkel Philosopher G. rappend seine Stimme. Somit ist auch für Abwechslung gesorgt auf diesem vorletzten regulären Album. Bo Diddley war auch noch bis ins hohe Alter oft auf Tour, bevor er 2008 im Alter von 79 Jahren starb.

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Bo Diddley, 1957

Produzenten/ Leonard Chess, Phil Chess

Label/ Checker

Trotz seines stolzen Spitznamens „The Originator“ und obwohl er jeden von Buddy Holly und Rolling Stones bis Jimi Hendrix und U2 beeinflusst hat, gab Bo Diddley einen ziemlich ungewöhnlichen Pionier ab. Er kam 1928 unter dem Namen Ellas Otha Bates in Mississippi zur Welt, war untersetzt und kurzsichtig, trug gerne karierte Jacketts und Fliege und seine rechteckige Gitarre war mit Hasenfell bezogen. Unvergesslich geworden ist er jedoch durch seinen allgegenwärtigen „Bo Diddley Beat“.

Nachdem er in Chicago Strassenmusik gemacht hatte, nahm Bo Diddley Ende 1954 Demoversionen zweier Songs auf: „Uncle John“ ( der später textlich entschärft und in „Bo Diddley“ umbenannt wurde) und „I’m a Man“, ein von einem älteren Muddy-Waters-Stück inspirierter Song (dessen Gitarrenpattern er beibehielt). Die beiden Songs wurden in den legendären Chess-Studios neu aufgenommen und erschienen im März 1955 als Diddley’s Debutsingle. Das erste Album zwei Jahre später brachte dann den Durchbruch. Die Platte wurde zu einem einem Nr. 1-Hit in den R&B-Charts. 1963 wurde Bo Diddley von den britischen Bands entdeckt, als er durch Europa tourte. wurden seine Rhythmen und Beats zur Vorlage für viele Tausend weisse Vorstadt-Garagenbands. Leider war Bo Diddley nicht fähig nach seinem Erfolg aufs Modernisierungs-Karusell zu springen oder aus seinem genialen Beat Kapital zu schlagen. Denn auf Riffs und Beats gibt es nun einmal kein Copyright. Er wäre sonst der Reichste von allen geworden.