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Big Brother & The Holding Company, Piece of My Heart, 1968

Text/Musik/ Bert Berns, Jerry Ragovoy

Produzent/ John Simon

Label/ Columbia

„Auf der Bühne schlafe ich mit 25.000 Menschen; dann gehe ich allein nach Hause“, sagte Janis Joplin einmal auf dem Höhepunkt ihres Ruhms, Ende der 60er Jahre. Kein anderer Song im Repertoire dieser schrillen Fee des Blues bringt diese Aussage besser zum Ausdruck als „Piece of My Heart“.

Der 1968 für das Album „Cheap Thrills“ von Big Brother & The Holding Company aufgenomme Song nahm das Original, ein gradliniges Soulstück von Erma Franklin (Arethas Schwester), und knetete es zu vier Minuten gutturaler Qual und kreischenden Gitarren.

Joplins Gesang hat wenig mit Franklins sanfter Interpretation zu tun; stattdessen wurde er zum Aushängeschild der texanischen Hippiefrau. Vom einleitenden „Oh, come on/ come on…“ bis zu „deep down in your heart I guess you know that it ain’t right/ Never never… never hear me when I cry at night“ etränkt Joplin den Song in ihrem eigenen, sehr realen, sehr persönlichen Kummer.

„Piece of My Heart“ ist aber auch das Arrangement von Big Brother & The Holding Company. Franklin sagte, sie habe das Stück nicht erkannt, als sie das Cover hörte: „Ihre Version ist so anders als meine, dass ich es ihr nicht allzusehr verüble.“ Die peitschenden Gitarren passen perfekt in die Zeit, und die knirschenden Lead-Parts erweisen Cream und Jimi Hendrix die Ehre. Von Sammy Hagar bis Beverly Knight haben viele Musiker „Piece of My Heart“ gecovert, aber die Version von Big Brother & The Holding Company bleibt ein Meilenstein.