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The Walker Brothers, The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore, 1966

Text/Musik/ Bob Crewe, Bob Gaudio

Produzent/ Johnny Franz

Label/ Philips

Während bei der „British Invasion“ britische Bands nach Beatles-Vorbild in den USA abräumten, gab es auch Gegenverkehr zu verzeichnen. Ein durchwegs amerikanisches Trio erfand sich in Grossbritannien als nachdenkliche Boy Band neu und wurde zum grössten Pop-Hit des Jahres 1966. Sie waren weder Brüder noch hiessen sie Walker, aber sie sahen aus wie Geschwister, verdammt gutaussehende obendrein. Noel Scott Engel ( alias Scott Walker) war der Mädchenschwarm, Gary Leeds und John Maus assistierten.

Mit Mariachi-Gitarren und Trompeten beginnt die Mid-Tempo-Nummer, bis sich eine „Wall of Sound“ nach Spector’schem Vorbild erhebt, bei der Drum und Bass aus einem tiefen Abgrund aufzusteigen scheinen und den Hörer mit dem ersten Wort umfangen „Loneliness“. Die Schwermut in Scotts klarer wohlklingender Stimme spricht die Romantik-Sehnsucht der Teenies an. Beim epischen Refrain geben die Jungs alles zu dem dramatischen, cineastischen Orchesterarrangement.

Der Song, den Frankie Valli & The Four Seasons 1965 zum erstenmal aufgenommen hatten, brachte die Walker Brothers 1966 an die Spitze der europäischen Charts ( in den USA Platz 13). nach der Trennung im Jahr darauf gelang nur Scott Walker eine Solokarriere, der als „Orson Wells der Plattenindustrie“ bekannt wurde.