Bildschirmfoto 2019-04-12 um 18.40.12.png

Cyndi Lauper, Money Changes Everything, 1984

Text/Musik/ Tom Gray

Produzent/ Rick Chertoff

Label/ Portrait

Cyndi Lauper wurde 1953 in Queens geboren. Mit siebzehn verliess sie ihr Zuhause, um ihrem übergriffigen Stiefvater zu entkommen, und trieb sich während der nächsten zwölf Jahre in New York und in New England herum, wo sie sich mit Aushilfsjobs über Wasser hielt, schlecht und manchmal überhaupt nicht ass und, wann immer sie konnte, sang, sich Bands anschloss oder selbst Bands gründete. In dieser Zeit erlitt sie zwei Vergewaltigungen, eine davon durch ihre eigenen Bandkollegen. Nachdem sie bei Portrait, einem Tochterlabel von Columbia, untergekommen war, suchte sie im Studio mit dem Produzenten Rick Chertoff nach Material, das sie aufnehmen könnte: Die Firma traute Lauper als Songwriterin nichts zu. Sie hatte nie gelernt, den Mund zu halten, und angesichts ihrer ersten Chance, zu sagen, wer sie war und weshalb man sie beachten sollte, wollte sie darüber auch nichts ändern.

„Rick spielte mir „Money Changes Everything “ vor, im Stil eines Bob-Dylan-Songs“, und darauf sagte ich: „Können wir das nicht anders anfangen lassen? Stell dir vor, du spielst „London Calling“. Für Cyndi Lauper war es ein Clash-Song, doch niemand konnte darin hören, was sie hörte. „Ich schloss die Augen und versuchte zu vergessen, wer ich war. Ich versuchte den Spirit dieser Geschichte zu finden“.

Der Song beginnt wie ein Feuer, das sich seinen Weg durch ein Gebäude frisst, Raum für Raum, wobei ein Flammenrückschlag einen Mann und eine Frau auf die Strasse hinausschleudert. Mit dem Feuer hinter ihnen stellt Cyndi Lauper den Song völlig auf den Kopf. Hört man sich die Originalversion der Brains an, und was Cyndi Lauper mit „Money Changes Everything“ angestellt hat, so wird einem klar, dass das ihr Song ist, auf immer und ewig.

enhanced-buzz-wide-5249-1397588362-21.jpg

Cyndi Lauper, She’s So Unusual, 1983

Produzent/ Rick Chertoff

Label/ Portrait

Sexbombe Cyndi Lauper wäre jederzeit eine frische Brise gewesen. Aber im finsteren Jahr 1983, mit Men At Work als grösster Band der Welt, war sie ein Hurrikan mit einer Helium-Stimme.

Nach einem Bankrott war die Dreissigjährige aus Brooklyn abgehärtet wieder aufgetaucht. Auf der Debüt-LP folgt ein Klassiker dem nächsten. Bei dem Eröffnungsong „Money Changes Everything“ hat sie Unterstützung von The Hooters. „Girls Just Wanna Have Fun“ stammt vom unbekannten Robert Hazard, aber eine Überarbeitung und ein bahnbrechendes Video machten das Lied zu Cyndi Laupers Erkennungshymne. Die Ballade „Time After Time“ ist fast 100 Mal gecovert worden. „She Bop“ ist eine verfüherische Ode an die Selbstbefriedigung und war einer der Auslöser der Musikzensurdebatte.

Auf der B-Seite erhält der Mix aus Sixties-Bubblegum, New Wave und Poprock neue Zutaten. da ist das elegante „All Through The Night“ und die Kuriosität „He’s So Unusual“aus den Zwanzigern. Damit vollendet sie ihre Verwandlung in eine trillende Comocfigur, wie im Punk-ähnlichen „Yeah Yeah“.

Eine Weile waren Cyndi Lauper und Madonna Rivalinnen. Der Ausgang dieser Fehde ist entschieden, aber „She’s So Unusual“ bleibt ein phantastisches Zeugnis aus einer Zeit, als Lauper absolut konkurrenzfähig war.