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The Replacements, Pleased to Meet Me, 1987

Produzent/ Jim Dickinson

Label/ Sire

Einige mögen zwar immer noch die Alben „Don’t Tell a Soul“ und „All Shook Down“ der Replacements an die erste Stelle setzen, aber „Pleased to Meet Me“ ist der letzte grundlegende Versuch einer grossen Band, deren Abstieg sich abzeichnet. „Pleased“ ist das erste Album, das nach dem offiziellen Ausstieg des Gründungsmitglieds, Lead-Gitarrist Bob Stinson, herauskam und enthält dennoch eine Menge des echten Punk Drives, wenn auch konzentrierter und gezügelter. Paul Westerberg, führender Kopf der Gruppe, stritt sich mit dem Produzenten Jim Dickinson wegen dessen — wie er es nannte — „zivilisierenden Trends“.

Nachträglich betrachtet, kann man sagen, dass das Album den Namen Eklektismus verdient hat, aber man kann auch sagen, dass diese Gruppe wirklich keine Masche hat. Hier sind echte Fans am Werk, aber Fans, die genug Vorlieben haben, um sich nicht entscheiden zu müssen, das was The dB’s einige Jahre zuvor noch gegen den Wind predigen musste, konnte sich bei den Replacements breitenwirksam durchsetzen: Unentschiedenheit als schöne Kunst, die Liebe zu der hübsche Melodie (Beat, England) und Rebellen-Attitüden (Amerika, der Süden, die Outlaws) hin- und hergerissene Variante des 70er Rocks, um so grosse, wie in der regel vergessene Gestalten wie Dwight Twilley, Speedy Keen, Todd Rundgren und vorallem Alex Chilton, nachdem die Replacements prompt einen Song benannt haben. All diese Leute hatten lange Haare mit Mittelscheitel, waren dünn und hatten ungewöhnlich grosse Nasen, weswegen Kenner auch vom Nasen-Rock sprechen. Zu dieser Traditionspflege addieren sich im Falle Replacements tausend andere Ideen und Lieben und vorallem ein starker Wille zur Straffung, ein aus den Fehlern der anderen gelernt haben, eine Bremse gegen Verspieltheit, die man auch dem Produzenten Jim Dickinson zuschreiben darf.