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Joe Jackson, Body and Soul, 1984

Produktion/ David Kershenbaum, Joe Jackson

Label/ A&M

„Body & Soul“ hat trotz des „geklauten“ Coverdesigns wenig mit Jazz wie Sonny Rollins zu tun, sondern ist eher eine Sammlung von mit „klassischen“ Joe Jackson-Zutaten versehener Musik. Genial transparent aufgenommen (man spürt eine gewisse Live-Atmosphäre, später bei „Big World“ holte er sich wirklich Publikum dazu, das aufgefordert war, während der Musik still zu sitzen), schon der Opener „The Verdict“ beeindruckt mit sehr viel Druck und wuchtigem Arrangement. Danach geht es weiter mit einem ironischen, verhaltenen, fast gespenstisch dünn instrumentierten „Cha Cha“, der trotzdem viel südamerikanisches Flair hat. „Not Here, Not Now“ eine todtraurige Ballade zur stimmungsvollen Untermalung durch eine billige Rhythmbox wird von dem extrem funkigen „You Can’t Get What You Want“ abgelöst. Hier kann die glänzend aufgelegte Band mit Vinnie Colaiuta (dr) und Graham Maby (bg) so richtig loslegen. Tolles Gitarrensolo im BeBop-Stil und dann gleich das stampfende, von knallenden Drumschlägen in ein geradezu zwanghaftes Korsett gezwängte „Go For It“ mit wilden unisono spielenden Bläsern. Danach wird es dann etwas flacher bis zu der wundervollen ironisch-traurigen Pianoballade „Be My Number Two“.

Joe Jackson hat nicht umsonst jahrelang die musikalische Schulbank im Konservatorium gedrückt. Nach dem Flirt mit Punk („Look Sharp“) und Swing/Punk („Jumpin’Jive“) und dem grossen Rundumschlag von „Night And Day“ sollte es hier grosses Drama werden und dicker Sound. Beides gelungen. „Body and Soul“ ist artifizieller Pop auf höchstem Niveau.