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Brian Eno And David Byrne, My Life In The Bush Of Ghosts, 1981

Produzent/ Brian Eno, David Byrne

Label/ Sire

Inspiriert wurde „My Life In The Bush Of Ghosts“ von Holger Czukays „Movies“ (1979). Nur wenige kennen diese Sounds – Ähnlichkeiten gibt es mit Peter Gabriel drittem Album oder bei den Talking Heads. Tatsächlich war das Album als Vorläufer von „Remain In Light“ geplant, doch rechtliche Probleme führten dazu, dass man abbrach und neu begann.

Rhythmen aus aller Welt, Funk und Elektronik wurden gekrönt mit gesampelten Sängern, Radioschnipseln und Predigern – berüchtigt ist der Exorzist in „The Jezebel Spirit“. „America Is Waiting“ und „Regimen“ sind Stücke, die „normalem“ Rock am nächsten kommen. Der Rest ist finster („Mea Culpa“), gespenstisch („Moonlight In Glory“), verwandt mit „Seen And Not Seen“ auf „Remain In Light“ oder einfach wunderschön.

Das Stück „Qu’ran“ wurde später auf einigen Editionen durch die B-Seite der „Jezebel“-Single („Very , Very Hungry“) ersetzt, um islamische Einwände zu vermeiden. Aber „Bush Of Ghosts“ ist gleichzeitig Zeugnis von Byrnes und Enos Voraussicht (Hip-Hop-Sampling und westliche Öffnung für World Music waren noch Jahre entfernt) und davon, wie ausserordentlich Musik sein kann, wenn sie gegen alle Regeln verstösst.

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Brian Eno & John Cale, Wrong Way Up, 1990

Produzenten/ Brian Eno, John Cale

Label/ Opal/ Warner Bros.

Nachdem John Cale 1989 sein morbides Orchesterwerk „Songs For The Dying“ veröffentlicht hatte, verfasste er mit seinem früheren Velvet-Underground-Partner Lou Reed „Songs For Drella“ (1990), einen musikalischen Nachruf auf Andy Warhol. Nach der Trauerarbeit ging er mit Brian Eno ins Studio. Das Ergebnis war „Wrong Way Up“. Ein Popalbum, auf dem sich die beiden paritätisch das Mikrofon teilen: Jeder singt fünf Stücke. Wobei Eno, der mit „Lay My Love“ und „One Word“ eröffnet, die fröhlicheren beisteuert: Flirrende Gitarren begleiten leichtfüssige Rhythmen, die von Samples perforiert werden und so einen originären Groove erzeugen, über dem Enos heller Gesang ertönt.

Ein Blick ins Booklet veranschaulicht die Arbeitsweise: Hier wurde liebevoll und atmosphärisch konstruiert. Begriffe wie „Rhythm Bed“, „Dark Guitar“ oder „Pulse Organ“ tauchen darin auf und verdeutlichen den Versuch, eine technoid-organische Mitte zu finden, eine neue Klangästhetik zu entwickeln. Eine Parallelität zu „My Life In The Bush Of Ghosts“ aus 1981, als Eno mit David Byrne von den Talking Heads einen urbanen Funk mit Vokal-Samples von Radiopredigern, Exorzisten oder einer libanesischen Bergsängerin anreicherte.

John Cale steuert auf „Wrong Way Up“ als Einstand das zurückhaltende „In The Backroom“ bei und zieht erst bei „Footsteps“ erstmals das Tempo an. Mit dem euphorischen „Been There Done That“ erreicht er schliesslich lichte Höhen und legt mit „Crime In The Desert“ sogar einen lebensfrohen Boogie nach. Eno gelingt mit „Spinning Away“, einer ätherisch-sehnsuchtsvollen Clubnummer, sogar ein kleiner Hit. Neben der hörbar befruchtenden Kooperation der beiden, die sich auf Cales 1974er-Album „Fear“ erstmals manifestierte, überzeugt hier neben den Einzelleistungen die einfühlsame Chronologie, die im Gesamtbild ein Meisterwerk ergibt.

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Brian Eno, By This River, 1977

Text/Musik/ B. Eno, H.J. Roedelius, D. Moebius

Produzent/ Brian Eno, Rhett Davies

Label/ Polydor

„By This River“, das Herzstück auf Seite zwei von Brian Enos letzten Solo-Mainstream Popalbum der 70er Jahre, ist ein wunderschönes minimalistische Stück für Klavier und Gesang, inspiriert durch die Sessions mit Roedelius und Moebius, den Elektronik-Experimentalisten von Cluster. Das Wassermotiv durchzieht viele von Enos Werken. „By This River“, ein sanftes, fast schlafartiges Stück, nur aus Klavier, intimem Gesang und Enos typischer Ambient-Atmosphäre, sitzt perfekt zwischen dem hypnotischen „Julie with…“ und dem unheimlichen „Through Hollow Lands“.

Das Album „Before and After Science“ –  auf Vinyl aufgeteilt in eine „Artrock“ – und in eine heiter-melancholische, nachdenkliche Seite – war das Ergebnis langwieriger Aufnahmen, in denen Eno sich mühte, aus einer Überfülle an Ideen eine Platte fertigzustellen.

Nach 1977 und bis zu „Wrong Way Up“, seinem Projekt mit John Cale 1990, zog er sich mehr oder weniger von der Leadstimme zurück, aber in „By This River“ zeigt Eno seine Stärken als Sänger. Seine sanfte Stimme – zurückhaltend, intim und ein klein wenig verloren – endet mit einem vielstimmige Summen über dem Klavierrefrain.

Beim Brighton Festival im Mai 2010, dessen Kurator er war, genoss das Publikum den ausserordentlich seltenen Auftritt Enos mit vier Songs, einschliesslich „By This River“, dem Lieblingssong seiner Tochter.