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Rickie Lee Jones, Pirates, 1981

Produzent/ Lenny Waronker, Russ Titelman

Label/ Warner Bros. Records

Rickie Lee Jones gehört zu den Songwriterinnen, die Jazz und Pop-Musik vereint und immer wieder neu belebt haben. Schon 1979 schaffte sie mit ihrem ersten Album „Rickie Lee Jones“ den Durchbruch. Ihr grösster kommerzieller Erfolg gelang ihr mit dem Titel „Chuck E’s In Love“.

Das zweite Album von Rickie Lee Jones wurde bereits kurz nach ihrem Erstlingswerk im Januar 1980 in Hollywood aufgenommen, erschien jedoch erst im Sommer 1981. Dann schaffte es das eigentlich eher sperrige Werk tatsächlich auf Platz 5 der amerikanischen Billboard Charts und die Kritiker überhäuften Rickie Lee Jones mit Lob für ihren Mut mit dem zweiten Werk vieles anders zu machen. Es ist in der Tat eine Mischung aus Pop, Jazz und Soul, die von wunderbaren Klavierepisoden unterlegt ist.

Klanglich ist „Pirates“ enorm gelungen und der impulsive Gesangsstil der glasklaren Stimme passt hervorragend zum dynamischen Spiel der Band. Hier ist besonders das gefühlvolle Saxophonspiel von David Sanborn auf dem Titelstück und „Woody and Dutch“ hervorzuheben. Zu den ebenfalls bekannten Gastkünstlern der Band zählen Donald Fagan und Victor Feldman.

Miss Jones hat den Blues nicht neu definiert. Man kann ihn nicht neu definieren. Auch nicht revidieren. Wie die Zehn Gebote. Aber haben kann man ihn. Vielleicht auch ausleben: „Living It Up“. Bei Rickie Lee Jones klingt es wie auslöffeln. Das hat sie mit Janis Joplin gemeinsam. Mit Joni Mitchell auch. Und natürlich mit Billie Holiday. Es ist ihr Gütesiegel. Diese Scheibe ging damals, geht heute und wird auch noch in dreissig Jahren gehen. Denn dort, wo Rickie Lee Jones draufsteht, da ist garantiert auch Rickie Lee Jones drin. Leben und Kunst fallen in eins.