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Robert Plant, Lullaby And The Ceaseless Roar, 2014

Produzent/ Robert Plant

Label/ Nonesuch Records

Der irische Dichter William Butler Yeats beschwor die Vergänglichkeit des Lebens anhand alter Männer, die im Wasser die Spiegelbilder ihrer Gesichter betrachten: „Alles ändert und einer nach dem anderen verschwindet“, dachten diese am Ufer sitzenden Greise. Robert Plant ist keines dieser knorrigen Exemplare. Auch im Alter von 70 Jahren klingt seine Stimme noch bemerkenswert flexibel. Und der Mann bleibt gnadenlos kreativ.

Auf seinem zehnten Soloalbum verweilt Plant am Wasser, um über die ästhetischen, emotionalen und spirituellen Strömungen zu reflektieren, die sein Leben geprägt haben. „Lullaby And The Ceaseless Roar“ ist ein Album über reiche Liebe; zur englischen Landschaft, in die er nach mehreren Jahren in Übersee zurückgekehrt ist, zur musikalischen Verbindung von Blues und Nordafrika, zu keltischer und romantischer Literatur, zur Frau (Patty Griffin), die er in Texas zurückgelassen hat. Vorallem preist das Album die Musik als eine Kraft, die inspiriert und durchs Leben hilft. Die Sensational Shape Shifters sind die beste Band, um den Eklektizismus des Sängers in einen spannend instrumentierten Trip zu übersetzen.

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Robert Plant/ Alison Krauss, Please Read The Letter, 2008

Text/Musik/ Michael Lee, Jimmy Page, Charlie Jones, Robert Plant

Produzent/ T Bone Burnett

Label/ Rounder Records

Nach dem Ende von Led Zeppelin 1980 vermied es Sänger Robert Plant, die alten Songs auf seinen Solo-Konzerten zu spielen, arbeitete aber hin und wieder mit Jimmy Page, dem Bandgründer, Produzenten und Gitarristen, zusammen. Als Plant Mitte der 1990er Jahre von MTV zu einer Unplugged-Show eingeladen wurde, bat er Page, ihn zu begleiten. Das Ergebnis „No Quarter“, war ein geglücktes Souvenir, dem eine Tour folgte.

Ein späteres Album von Page & Plant, „Walking Into Clarksdale“ (1998), enthielt „Please Read The Letter“. Der Song tauchte später auf Plants Album mit der amerikanischen Bluegrass-Sängerin und Violinistin Alison Krauss wieder auf. Als Co-Autoren fungierte Plants frühere Rhythmussektion: sein Schwiegersohn Charlie Jones und Ex-Cult-Drummer Michael Lee. „Es ist ein wehmütiges Lied“, sagte Plant. „Es hat nichts Rock’n’Roll-haftes an sich. Es atmet Zerbrechlichkeut. Es geht um nicht erledigte Angelegenheiten.“

Nachdem Plant und Krauss das Lied bei einem Konzert zu Ehren der Musik von Lead Belly gespielt hatten, fragten sie bei T. Bone Burnett an, ob er sie produzieren wolle. Burnett schlug Songs vor, die das Paar covern könnte. 2009 gewann das Album „Raising Sand“ den Grammy für die Platte des Jahres.