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Duke Ellington, Charlie Mingus, Max Roach, Money Jungle, 1962

Produzent/ Alan Douglas

Label/ United Artists Jazz

Im September 1962 begegneten sich drei der grössten Styler, die der Jazz hervorgebracht hatte: der 63-jährige Duke Ellington, der zu dieser Zeit schon mit Vorliebe vor Königen und Maharadschas auftrat, traf auf die gut zwanzig Jahre jüngeren, wütenden und explizit politischen Max Roach und Charlie Mingus. Bei dem Treffen entstand eine stürmische, skizzenhafte und Jam-Sessionartige Platte – was unter anderem daran lag, dass die Sitzungen relativ kurzfristig angesagt worden waren – auf der sich die offenen kollektiven Formen der 60er Jahre bruchlos in die Tradition von City Blues, Stride Piano, Swing und Jungle fügten.

Sinn der Sessions war für Ellington ja auch explizit gewesen, zu zeigen, dass er „Integrationsfigur zwischen den Welten“ sein konnte. Eine Absicht, die er in dieser Zeit auch mit anderen Musikern verfolgte.  Auf „Money Jungle“ arbeiteten weniger drei Solisten miteinander, als eine emanzipierte Rhythmusgruppe mit einem Pianisten und Komponisten: Ellingtons elegantes, aber technisch limitiertes Klavier engt dabei weder Roach’s intellektuelles Schlagzeug ein, noch den rabiaten, blues-durchtränkten Bass von Mingus. Dieser war zwar nominell nicht der Chef im Ring, aber sein Spiel und seine Ideen stahlen den anderen beiden definitiv die Show.

Dass „Money Jungle“ trotzdem eine der großen Jazz-Platten der 60er werden sollte, ist dann doch erstaunlich: Der schwierige und mitunter cholerische Einzelgänger Mingus zerstritt sich während der Aufnahmen mit dem politisch mindestens so engagierten Roach und konnte nur durch Ellingtons Schmeicheleien dazu gebracht werden, weiterzuspielen. Das Ergebnis: Jazz zwischen Avantgarde und Tradition.