Fats Domino, The Fats Domino Jukebox, 2002

Produzent/ Dave Bartholomew

Label/ Crescent City Soul

Der kleine, dicke Mann mit der Brikettfrisur und der sternförmigen, überdimensionalen Brillantenuhr, der am Ende seines Auftritts den Flügel mit seinem Schmerbauch über die Bühne geschoben hat, habe ich Mitte der siebziger Jahre einmal in Montreux live erlebt. Ob er nach dem Konzert im Casino verschwunden ist? Es heisst, er soll in den sechziger Jahren rund eine Million Dollar beim Glücksspiel verloren haben. Auf alle Fälle finde ich es nett, immer mal wieder was von Antoine „Fats“ Domino zu hören. Auch wenn es immer wieder dieselben alten Kamellen sind. Weiss der Geier, wie oft er diese Stücke auf wieviel verschiedenen Platten bei wieviel verschiedenen Plattenfirmen aufgenommen hat. Wenn er sich, wie hier, mit seiner ungeheuer trockenen Stimme durch Nummern wie „Blueberry Hill“, „Ain’t That A Shame“, ,“All By Myself“, „I’m Walkin“ usw. röhrt, dann denk‘ ich an jene Zeit, als meine Schuhe noch spitz, meine Haare noch lang und meine Jeans noch röhrenförmig waren. Als ich mit zuckenden Knien am Rand der Raupenbahn stand und schon mutig nach Mädchen Ausschau hielt. Hat da einer Nostalgie gesagt? Ach, ihr kennt das auch alle, und über Fats Domino braucht man sowieso nichts mehr zu erzählen? Nun gut, dann möchte ich hier nur noch kurz sagen, dass „The Fats Domino Jukebox“ ein Album mit zwanzig schönen Nummern des kleinen Dicken ist.