The Clash, Give ‚Em Enough Rope, 1978

Produzent/ Sandy Pearlman

Label/ CBS Records

Mit ihrem zweiten, 1978 vom amerikanischen Produzenten Sandy Pearlman ( u.a. Blue Öyster Cult, Mahavishnu Orchestra) produzierten, Album lösten The Clash etliche Kontroversen innerhalb der damaligen Punk-Szene aus. Mainstream, Verrat schrien da einige ohne sich auch nur ansatzweise auf das Album einzulassen.

„Give ‚Em Enough Rope“ war die Einstimmung auf den Crossover-Klassiker „London Calling“ und braucht sich vor dem ebenfalls überragenden Debütalbum keinesfalls zu verstecken. Ich glaube auch nicht, daß sich Strummer, Jones und Kollegen dem amerikanischen Markt anbiedern wollten, denn dazu sind die Texte viel zu politisch. The Clash war das starre Korsett des Punk einfach zu eng und daher wandten sie sich anderen Sounds und Genres zu, um daraus ihre ureigene Musik zu entwickeln. Neben „klassischen“ Punk-Granaten à la „Tommy Gun“, „Safe European Home“, „English Civil War“ oder „Cheapskates“ finden sich Glam-Rock Anleihen, wie bei dem hymnischen „All The Young Punks“, Ska-Reggae „Julie’s Been Working For The Drug Squad“ oder gar straighter Hard-Rock „Guns On The Roof“, das von einem wüsten Abenteuer auf dem Dach eines Hotels handelt.

Ich höre dieses Album nach 40 Jahren immer noch gern. „Give ‚Em Enough Rope“ ist für mich ein weiterer Beweis für die überwältigenden Qualitäten dieser Londoner Band, auch wenn man das Album heute allzugerne in den riesigen Schatten ihrer beiden strahlenden Klassiker „The Clash (1977)“ und  „London Calling (1979)“ stellt.

21 Gedanken zu “

    1. Keine Revolution wurde so schnell musikalisch, wie auch in Mode, Design und Kommunikationsmedien kommerzialisiert wie der Punk. Ich fand die politischen Parolen der Clash damals schon ziemlich platt. Dass sich Joe Strummer später vom Punker wieder zum Strassenmusiker zurückverwandelt hatte, ist für mich ein Zeichen dafür, dass er sich seine musikalische Integrität bewahrt hatte. Dem Mann bedeuteten ein paar schöne Stunden mit Freunden am Lagerfeuer mehr, als der Erfolg, den er hätte haben können, wenn er die Clash wieder zusammengebracht hätte.

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      1. Wie auch immer. Auch in der Rolle des No-more-Helden machte sich Joe Strummer prächtig. Falls Du den Film nicht bereits gesehen hast, kann ich „Joe Strummer: The Future is Unwritten“ von Julien Tempel empfehlen.

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  1. Traditionell ist Punk eher nicht so mein Geschmack. Aber mir ist in den letzten 10 Jahren zunehmend klar geworden, daß dies zumindest zum Teil auf dem verzerrten Bild beruht hatte, daß Punk primär schnell, laut und musikalisch “primitiv” ist. Und wohingegen man natürlich solche Beispiele finden kann, gibt es eben auch Bands wie The Clash, die dies eindeutig wiederlegen.

    Ich kenne The Clash primär von ihren bekanntesten Songs wie “Should I Stay Or Should I Go”, “London Calling” oder “Rock the Casbah.” Die finde ich alle Klasse!

    Basierend auf dem Anspielen der Titel, die Du in Deinem Post erwähnt hast, ist mein erster Eindruck von diesem Album ebenfalls positiv. Von daher habe ich vor mir, es bei Gelegenheit mehr unter die Lupe zu ziehen.

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    1. „Give ‚Em Enough Rope“ war das zweite Album von The Clash und die Band hatte sich erheblich weiterentwickelt. Versiert verpasste Sandy Pearlman hier Punk-Songs wie „Safe European Home“, „English Civil War und „Tommy Gun“ nicht nur ein wesentlich satteres Klangbild, sondern arbeitete auch Ska/Reggae- Folk- und Jazz-Phrasen mit ein. Neben „London Calling“ und „The Clash“ gehört dieses Album für mich zu ihren besten.

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  2. …“Auch vereinbarten The Clash mit ihrem Label, Doppel- oder Dreifach-LPs für ihr meist jugendliches und daher wenig zahlungskräftiges Publikum zu einem verhältnismäßig günstigen Verkaufspreis auf den Markt zu bringen. Die Mindereinnahmen wurden von der Band getragen, so dass diese an einigen ihrer Platten nicht viel Geld verdiente, sondern anfangs – trotz guter Verkaufszahlen – bei ihrer Plattenfirma sogar Schulden hatte. “ Quelle : Wikipedia … Sehr erstaunlich … 😉

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    1. Danke! Ich kann mich an den Nice-Price-Kleber auf LPs und CDs erinnern. Dass die Clash ihre Alben beim US-Grosskonzern CBS veröffentlicht haben, löste damals etliche Kontroversen in der Punk-Szene aus. Heute würde sowas garantiert keinem sauer aufstossen.

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  3. Fantastic album. The Clash had the misfortune (in punk parlance, anyway) of being good musicians and songwriters. That alone raised the ire of some of their contemporaries and fans of the style.I love all of their albums except the last one.

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    1. „Give ‚Em Enough Rope“ has always been sandwiched between their two classic albums, their self-titled debut and „London Calling“, but I think the album ist a masterpiece in it’s own. The production of Sandy Pearlman is brilliant, it was exactly what these punkers needed to give them some focus and tighten up the arrangements.

      Yep, „Cut The Crap“ was a poorly record. It was their effort to keep The Clash alive without Mick and Topper. But I like Joe Strummer’s last band The Mescaleros.

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    1. A very strong follow up the first album. The Clash were the most talented punk band. Sandy Pearlman’s production is pristine. Topper Headon’s drum sound blows your guts out.

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  4. I always thought they were too good to be just labeled punk. Their attitude was that way but they delievered the message in a more accessible package…better musicianship than many of their peers. When I think of the Clash I think of the early Who and Kinks.

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    1. There was American punk and there was British punk. The Clash had the raw energy of the British punk movement, but it soon became too limited for them, they discovered dub and jazz, everything else. Yes, I think the British punk movement had similarities to the mods in the 1960s, from which bands like The Who or The Small Faces came.

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