Cream, Sunshine of your Love, 1967

Text/Musik/ Pete Brown, Eric Clapton, Jack Bruce

Produzent/ Felix Pappalardi

Label/ Reaction

Nach den Massstäben von 1967 war Cream die ultimative Stilfusion, eine Kombination aus jahrzehntealtem Blues, modernem Jazz und Psychedelic-Rock mit ganz eigener Nuance. Daher ist es nur logisch, dass „Sunshine of your Love“ so viele Jahre später musikalisch noch intensiv wirkt, denn es verkörpert genau die Synthese aus neu und alt. Der Song ist simpel und komplex zugleich. So mancher Gitarrist, der eine elektrische Klampfe in die Finger bekommt, hat das Riff schon ausprobiert.

Die besten Kompositionen haben oft Texte (in diesem Fall von dem Cream-Mitarbeiter Pete Brown), die sprachlich nicht unbedingt einen Sinn ergeben müssen. Wenn Jack Bruce singt „It’s getting near dawn“, entführt er den Zuhörer in die Zeit des ersten elektrischen Blues, und der Voodoozauber der Worte wird kein bisschen schwächer, nur weil der Sänger – ein studierter Jazzmusiker – kulturell weit weg vom Mississippi-Delta war. Der Song ist höchst emotional, aus der Sicht des Erzählers wird auf eine symbiotische Beziehung zwischen Mann und Frau angespielt, in der nur das Objekt der Begierde zählt. Pfiffig trotz liebeskranker Töne, modern trotz uralter Wurzeln – „Sunshine of your Love“ war und ist ein Statement, das sowohl die Schwingungen seiner Zeit als auch die Talente von Eric Clapton, Ginger Baker und Jack Bruce in sich trägt.