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Midnight Oil, Blue Sky Mine, 1990

Text/Musik/ Midnight Oil

Produzent/ Midnight Oil, Warne Livesey

Label/ Columbia

Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger spielten Midnight Oil nicht mehr nur in Australien vor ausverkauften Häusern, sondern waren dank des Albums „Diesel And Dust“ im internationalen Mainstream angekommen. Die wilde Energie der ehemaligen Wave-Punk-Rocker – nun in grossartige Konzerte verlegt – machte zeitgenössischen Sounds und sorgsam organisierten Kompositionen Platz.

„Blue Sky Mine“ ist das quasi Titellied des Albums „Blue Sky Mining“ von 1990. Peter Garrett, später australischer Minister for Environment Protection, Heritage and the Arts, singt aus der Sicht eines Arbeiters in den Asbestminen im westaustralischen Wittenoom. Soziale und umweltpolitische Themen gehörten zu Midnight Oil genauso wie der eckige Gesang und die hitzigen Gitarrenbreitseiten. Trotz des schweren Inhalts ist das Lied offen wie der Himmel und steckt voller glücklich machender Momente. Kraft, Inhalt, Melodie: das sind die Pole der Musik einer leidenschaftlichen, wilden und klugen Band, die hierzulande leider auf „Beds Are Burning“ reduziert und arg unterschätzt wurde.

12 Gedanken zu “

  1. Eigentlich eine unmögliche Kombination: Anspruchsvoller Text, Soundanleihen aus den 60er Jahren und ein treibender Rhythmus. Und trotzdem einer der richtig guten Songs Ende der 1980er. Ich liebe diesen Son bis heute und halte ihn für absolut unterschätzt.

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    1. Eine unmögliche Kombination – dass Musik allein die Welt eben doch nicht ändert, hat irgendwann auch der Sänger Peter Garret erkannt, und geht selbst in die Politik. Von 2007 bis 2013 amtiert er als Minister für Umwelt, Kulturerbe und Kunst – kümmert sich um die Aborigines und fordert unter anderem die Abschaffung der Glühbirne zugunsten von Energiesparlampen.

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    1. You’re right! „The Power And the Passion“ is a brilliant iconic classic. One band’s take on life in the lucky country. For some reason the line „better to die on your feet than to live on your knees“ stands out for me.

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  2. spät80er/früh90er musikalisch eine geile neue Aufbruchszeit der Independentschrammler!
    das passte herrlich zum ostdeutschen Zusammenbruch und der überbordenden Euphorie damals, weil die kommenden Härten keiner ahnte.
    Midnight Oil waren für mich damals die besseren U2, von M’Oil konnte man gerne mal ne LP durchhören. Bei U2 gefallen nir zwar Texte und Musik durchaus, aber Bono nervt mich mit seinem langgezogenen Gejaule nach dem 2. Song.
    Gleichzeitig hörten sich Midnight Oil auch noch wie eine wilde Mischung aus Billy Bragg/James/New Model Army/Pixies an.

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    1. Die Aussies waren zwar von den Themen her für mich etwas allzu missionarisch, aber allemal allemal sympathisch. Es gab ja einige Bands wie R.E.M., The Smiths und Midnight Oil die schon in den frühen 80ern alternativ und modern klangen.

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    1. Für mich ist „Blue Sky Mining“ ein starkes Album, vom Text her wie auch musikalisch
      interessant, vielleicht etwas eingängiger als ihre Vorgängeralben, aber nicht unbedingt zum nebenbei hören geeignet.

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