
The Cranberries, Zombie, 1994
Text/Musik/ Dolores O’Riordan
Produzent/ Stephen Street
Label/ Island Records
The Cranberries waren eine irische Band mit Dolores O’Riordan als Sängerin. Das erste gemeinsame Album „Everbody Else Is Doing It, So Why Can’t We?“ erschien 1993. Ein Jahr später folgte mit „No Need to Argue“ der grosse Erfolg: Rund 17 Millionen Exemplare verkauften sich davon weltweit. Drauf befand sich mit „Zombie“ ein Hit, der sich bis heute in den Radiodatenbanken findet. Eine Anti-Bürgerkriegshymne, die den IRA-Bombenanschlag 1993 in Warrington und ein Nordirland abbildete, das sich noch weit vom Karfreitagsabkommen und einer Friedenslösung befand.
Mit Songs wie „Zombie“, „Linger“ oder „Dreams“ standen The Cranberries im Zentrum des Alternative Rock der frühen Neunziger. Und sie hatten mit Dolores O’Riordan eine Sängerin, die alles in ihre Stimme legen konnte. Drängend, fordernd, durchbohrend. Emotional und zugleich stoisch. Auf die endlos langen Vokale legte sie kaum Vibrato, liess sie stattdessen brechen und kippen, sich in merkwürdige Melismen verzweigen, vom Nasalen ins Kehlige, ja, manchmal schien sie geradewegs zu jodeln.
Doch die Nachfolgealben erreichten nicht mehr den Erfolg und die Wirkung von „No Need to Argue“, 2003 löste sich die Band auf. O’Riordan litt bereits zuvor unter Anorexie und Depressionen, später wurde bei ihr eine bipolare Störung diagnostiziert. Trotzdem startete sie eine Solo-Karriere. 2009 fanden auch The Cranberries wieder für Konzerte zusammen. Die Band arbeitete an einem neuen Album, als die Sängerin am 15. Januar 2018 tot in der Badewanne eines Londoner Hotels aufgefunden wurde. Als Todesursache wurde ein Unfall – Ertrinken als Folge einer Alkoholvergiftung – angegeben.
