Sleater-Kinney, Jumpers, 2005

Text/Musik/ Sleater-Kinney

Produzent/ Dave Fridmann

Label/ Sub Pop

Vielleicht haben Sleater-Kinney mehr über den Standpunkt junger, feministischer, aber auch punkbewegter Frauen in den USA gesagt, als die gesamte grungende Riot-Bewegung. Mit Ernst, Sarkasmus und Leidenschaft (der Begriff Anteilnahme würde es vielleicht noch besser treffen) thematisieren sie die Rolle der Frau innerhalb männlich geprägter Kulturen und damit auch selbstredend die Schwierigkeit, sich innerhalb solcher sozialen Strukturen als Frau zu bewegen, um schliesslich die Fragen nach Wahnsinn und Gesellschaft, Sexualität und Macht prägnant zu formulieren.

Sleater-Kinney verstehen es gut, um auf Songs von kurzer Dauer viel unterzubringen. Die Musik ist schnell, aber nicht überschnell, laut, einfach, eine sich überschlagende, auch kieksende Stimme, desinteressierte Melodien, Songs wie Ohrfeigen, wie Arschtritte, akustisches Karate, oder wie Sleater-Kinney selbst es nennen: „Words and Guitar“. In „Jumpers“ geht es um Selbstmord, der Text ist aus der Sicht einer Person geschrieben, die sich von der Golden Gate Bridge stürzt.