Fleetwood Mac, Rumours, 1976

Produzent/ Ken Caillat, Richard Dashut

Label/ Warner Bros.

Als Fleetwood Mac im kalifornischen Sausalito 1976 mit dem Aufnahmen zu „Rumours“ begannen, lag die sechsjährige Beziehung zwischen Lindsey Buckingham und Stevie Nicks in Trümmern. Auch die Ehe zwischen John und Christine McVie waren derart zerrüttet, dass beide nicht mehr miteinander sprachen. Selbst Mick Fleetwood liess sich scheiden. Das Thema der Songs war klar: das Scheitern von Beziehungen. Die drei Songschreiber der Band – Nicks, Buckingham und Christine McVie – texteten über fast nichts anderes. Man kann natürlich sagen, „Rumours“ sei glatt, sauber und sonnig. Aber darunter ist Dunkelheit und Morast, was in jedem Fall zur Einzigartigkeit des Albums, womöglich auch zu dessen Erfolg beitrug.

„Gold Dust Woman“, der letzte Song des Albums, sprach noch ein anderes Thema an, das für die ganze Band zu diesem Zeitpunkt von höchster Wichtigkeit war. Während der Sessions zu „Rumours“ bedienten sich sämtliche Beteiligten regelmässig aus einem grossen Samtbeutel mit Kokain. Diese Sorglosigkeit führte bei Stevie Nicks zu einer schweren Drogenabhängigkeit; Mitte der Achtziger liess sie sich zum Entzug in eine Klinik einweisen. Der Song erinnert an die Naivität, mit der zu jener Zeit Kokain konsumiert wurde. Niemand bemerkte, wie stark es abhängig machte, denn niemand hatte es lange genug genommen, um das erfahren zu haben.