
Steve Earle, I Feel Alright, 1996
Produzent/ Ray Kennedy, Richard Bennett, Richard Dodd
Label/ Warner Bros.
Steve Earle kam gerade aus dem Gefängnis nach einer längeren Drogenphase und hatte einiges auf dem Herzen, was er unbedingt musikalisch sagen wollte. Dieser satte, abgezockte Gitarren-Sound, die teils grimmigen, teils sentimentalen Texte vermitteln eine unmittelbare Kraft – besser geht’s kaum. Man glaubt dem Ex-Junkie alles, sogar wenn er „I Feel Alright“ singt. Sein Countryrock ist wie ausgemergelt: kein Hall, kein Schnörkel. Kunst und Künstler sind eins, denn Earle hat viel durchgemacht. Nach dem Akustikalbum „Train A-Comin“ von 1995, das zum Bewegendsten seit Neil Youngs „Tonight’s The Night“ gehörte, hat er die Strassenseite gewechselt. Hier scheint die Sonne, doch Earle erinnert sich natürlich nur an den Schatten.
„Cocaine Cannot Kill My Pain“ heisst ein Lied, und eines nennt sich „The Unrepentant“, nach dem, der nichts bereut, und schliesslich taucht der Teufel zum Showdown persönlich auf: „You Got Your Pitchfork And I Got My Gun“. Einer wie Steve Earle muss die Drecksarbeit machen. „Wenn die Welt untergeht“, sagt Earle, „werden drei Dinge übrigbleiben: die Kakerlaken, Keith Richards und ich.“ Nicht die schlechteste Gesellschaft.









