
Dan Hicks & His Hot Licks, Original Recordings, 1973
Produzent/ Bob Johnston
Label/ Epic
Dan Hicks war ein begnadeter Country-Eklektiker. Bekannt wurde er als Drummer der nordkalifornischen Gruppe The Charlatans, die er 1968 zugunsten der selbsternannten Hot Licks verliess, die eine freigeistige Mischung aus Folkies, Rockers und Spinner waren und ihre Freestyle-Country-Musik auch genau so klingen liessen. Neben Country-Elementen und Cowboy-Schnulzen packte Dan Hicks hemmungslos moderne Mainstream-Jazz-Arrangements à la Django Reinhardt, ungeschulte Mädchenstimmen, Jug-Band-Klamauk und das Savoir-vivre eines kalifornischen Dandys in seine Hot-Licks-Musik.
Auf dem LP-Cover heisst es „Hicks benutzt Stimmungen und Stimmen aus der Vergangenheit, um das Gehirn seiner Hörer in Richtung Zukunft umzupolen“. Die Musik von Dan Hicks ist vor allem makellos. Spitzengeklöppelt. Porentief rein. Perfektes Handwerk. Ausserdem ist sie irgendwie schräg. Champagnertrunken. Beschwipst. Ein heiterer Zustand. Schliesslich ist sie modern. Postpostpost. Glatte, spiegelnde Oberfläche. Hochkomplexe Strukturen.
Bis Mitte der 70er Jahre waren Dan Hicks & His Hot Licks durchaus erfolgreich, doch dann begann sich Freigeist Hicks zu langweilen. Die Pausen zwischen den Platten wurden immer länger, und die Menschen, die sich für seine eigensinnigen Kunststücke begeistern konnten, immer weniger. Was für ein Glücksgefühl wieder einmal Stücke wie „Canned Music“ oder „ I Scare Myself“ hören zu dürfen. Jaja, die guten alten Zeiten.









