
Sleater-Kinney, The Woods, 2004
Produzent/ Dave Fridman
Label/ Sub Pop
Okay, sie sind lesbisch und unverschämt und laut, aber das waren Phranc, das sind L7 auch. Was macht eine Frauenband aus. Hat diese Bezeichnung eigentlich irgendeinen Wert? Gibt es so etwas wie Frauenbands überhaupt? Was macht eine Band, was macht Sleater-Kinney zu einer Frauenband oder nicht? Hoseninhalte? Songinhalte? Genderpolitisches Engagement? Sexuelle Präferenz? Eine komplexe Frage, der beizukommen hier wohl kaum genug Platz ist.
Wenden wir uns also stattdessen dem löchrigen Boden der Tatsachen zu. Und der zeigt, dass Carrie Brownstein, Corin Tucker und Janet Weiss songschreiberisch von überlegener intelligenz und Verschlagenheit sind, dass sie auch auf ihrem Album „The Woods“ relevante Themen verhandeln, die von Konsumkritik bis Liebe und Rollenverständnis reichen. Die Musik ist schnell, aber nicht überschnell, laut einfach. Dick wattierten Gitarrenparkas, sich abwechselnden und komplettierenden Stimmen, solidem, häufig auch gegenläufigem Bass und einem druckvollen, entfesselten Schlagzeug, das gleichsam ballern und tappen kann. Kurz: Sleater-Kinney machen intelligente und inspirierte Musik. Von Frauen. Für alle. Punkt.









