
Otis Taylor, Hey Joe Opus – Red Meat, 2015
Produzent/ Otis Taylor
Label/ in-akustik
The Gun Club, später Jon Spencer Blues Explosion und The White Stripes haben den Blues durch die Brille der modernen, post-punkigen USA frisch aufbereitet. Otis Taylor hingegen ist ein Blues-Mann der älteren Garde – seine Erneuerungsversuche wachsen gleichermassen aus dem Stamm heraus. Taylor ist Jahrgang 1948, wurde in Chicago geboren, wuchs in Denver auf und spielte vorerst Banjo. 1977 hing er Gitarre und Banjo an den Nagel und betätigte sich als Antiquitätenhändler, ehe er in den 90er Jahren zur Musik zurückfand.
Der Blues von Otis Taylor wird gekennzeichnet durch die fruchtige Stimme und durch eine aufregende Bereitschaft, in den Arrangementen kühne Wege zu gehen: So tauchen hier auch Theremin, Pedal Steel, swingende Hammond-Orgel, Geige und allerhand ausgelassene Bläsereien auf. Zudem ist Taylor in stillen Banjo-Liedern ebenso zuhause wie in unglaublich groovigen Ensemble-Stücken, wo der Blues über weite Strecken von drei Akkorden auf einen reduziert worden ist. Neben dem „Hey Joe Opus“ empfehle ich auch weitere Alben wie „White African“ und „Pentatonic Wars and Love Songs“ – alle sehr toll!
