Creedence Clearwater Revival, Willy and the Poor Boys, 1969

Produzent/ John Fogerty

Label/ Fantasy

Das Coverfoto wurde vor einem Supermarkt im Industriegebiet von Berkley aufgenommen. Zwischen den tanzenden schwarzen Kids aus der Nachbarschaft posieren die Strassenmusiker Willy (John Fogerty), Blinky (Stu Cook), Poorboy (Tom Fogerty) und The Rooster (Doug Clifford). Auf der Rückseite des Albums sieht man die Poorboys auf dem Weg zur nächsten Strassenecke, um ihre Nickles und Pennies einzuspielen.

Der Cover-Song „Cotton Fields“ von Huddie Ledbetter passt sehr gut in das Gesamtkozept der Platte. Der Text handelt von der Armut der Schwarzen in Louisiana, vom Kampf minderbegüterter Menschen ums blanke Überleben. In einer Zeit, in der sich viele Bands mit Flower Power schmückten, in Sexskandale, Drogenexzesse und Gewaltausbrüche verstrickten, wirkten CCR wie ein Bollwerk der amerikanischen Mittelklasse. „Willy and the Poor Boys“ reflektierte nichtsdestotrotz das soziale Gewissen der Gruppe und ihr Verhältnis zur Demokratie. Ein typisches Beispiel ist der Song „Don’t Look Now (It Ain’t You Or Me): „Who will take the coal from the mine? Who will take the salt from the earth?“ –  „Es geht darum, wer wirklich in der Scheisse wühlt, um unsere Zivilisation am Laufen zu halten… Wer will dann der Müllmann sein? Keiner von uns. Die meisten werden sagen: das ist unter meiner Würde, den Job mache ich nicht.“ Auch „Effigy“ ist eindeutig ein politisches Stück: „Silent majority weren′t keepin‘ quiet anymore“. Es geht um die dunklen Kapitel der Nixon-Regierung. Ehe das Bild auf dem Rasen vor dem Palast verbrennt wird, steigert sich John Fogertys Gitarre in die Situation hinein, um die Umsetzung der Worte nachzuempfinden.