
Fine Young Cannibals, The Raw & The Cooked, 1989
Produzent/ Fine Young Cannibals, Jerry Harrison
Label/ I. R. S. London
Lots Of Music in die Air bei diesem Ding, Gavyn Wrights vertrauenswertes Saxophon, die emsige Trompete, Jools Hollands pochendes Piano auf „Good Thing“, warme Background-Stimmen flackern hier und da auf und setzen der eigenartigen aufgedreht-euphorischen Grundstimmung noch letzte Kicks hinzu. Bei aller Fähigkeit zu distanziertem Gebahren steckt in jeder Ecke hektische Begeisterung, gerade so, als hätte man nur sehr wenig Zeit sein perfektes Soulstück der Welt vorzuführen.
Roland Gift ist alles mögliche, unter anderem dringlich, manchmal hart bis zur Grenze des Erträglichen, manchmal rührend, manchmal fast sachlich, nur ein Otis Redding ist er nicht. In ruhigeren Momenten ist seine Stimme angenehm rauh, oft hat sie aber dieses gequetschte Näseln, nur eben Otis Redding sollte man es nicht nennen. Fine Young Cannibals waren einzigartig, tanzbar und mit einer der aussergewöhnlichsten Stimmen in der Musikszene der späten 80er Jahre. Wie bei „ She Drives Me Crazy“ schlummert hier in jedem Stück des Auf-Dauer-Nervös-Machenden – deswegen mag ich das Album.
