The Beach Boys, Good Vibrations, 1966

Text/Musik/ Brian Wilson, Mike Love

Produzent/ Brian Wilson

Label/ Capitol

1966 war für die Beach Boys nicht nur das Jahr von „Pet Sounds“, sondern auch von „Good Vibrations“, das ebenfalls für „Pet Sounds“ vorgesehen war, aber nicht rechtzeitig beendet wurde. Sechs Monate wurden rund fünfzig Stunden Musik eingespielt, um die dreissig Musiker waren daran beteiligt. Am Ende verschlang die Produktion 50 000 Dollar, was „Good Vibrations“ zum bis dato teuersten Popsong der Geschichte machte. Auch die Instrumentierung war ungewöhnlich: Neben klassischen Rock’n’Roll-Instrumenten setzte Wilson u.a. Cembalo, Cello, Maultrommel und ein elektronisches Theremin ein – Vorform des Synthesizers, dessen Einsatz allein 15 000 Dollar gekostet haben soll.

„Good Vibrations“ beginnt mit engelsgleichem Gesang und verhallter Hammondorgel. Darunter hüpft eine gezupfte Bassmelodie. Mit dem Schlagzeug shuffeld sich der Beat nach vorn, die mehrstimmigen Vokalpartien besingen die guten Schwingungen und ein gestrichenes Cello vollführt kratzige Triolen. Dieser wunderbare wabernde Ton kommt natürlich von dem Theremin, das nun die Gesangsmelodien nachmacht und dem Ganzen etwas Fremdartig-Wunderbares verleiht. Dann folgen mehre Teile, die das Thema mit Tonwechselarten, vertrackten Disharmonien und Variationen fugenartig wiederholen, worüber sich noch lange schreiben liesse, aber wir hören hier auf, darüber nachzudenken, und lassen die „Good Vibrations“ wirken.