
T. Rex, Electric Warrior, 1971
Produzent/ Tony Visconti
Label/ Fly
Slade ging ja noch durch, ebenso Status Quo, aber T. Rex? Niemals. Wenn man ein ernsthafter junger Mann sein wollte, durfte man T. Rex nicht mögen. Da lauerte Gefahr in dieser Musik, in ihrer Effeminiertheit, ihren Teenage-Appeal, ihrem Rhythmus, in der Stimme Marc Bolans, im endlosen Strom von Hitsingles wie „Get It On“, „Hot Love“, „Children Of The Revolution“. Diesen Mutanten-Boogie im Hinterkopf hören, den Lockenkopf sehen, Kayalaugen, Geschichten von Feen und Autos und Feuersalamandern und weissen Einhörnern. Marc Bolan, das kleine Szenen-Arschloch hatte den Mut und das Talent, aus Illusionen und Halbwissen und minimaler Musik den grossen Teenager-Pop zu basteln, bevor er sich im September 1977 von seiner zweiten Frau Gloria Jones an einen Baum fahren liess, dreissig Jahre alt.
Nein, T. Rex habe ich damals nicht gemocht, aber heute darf ich sagen, Marc Bolan war vielleicht peinlich und schlecht, aber immer wenn ich zufällig einen Song von T. Rex im Radio höre, ist es ein schöner Tag. Deshalb möchte ich hier „Electric Warrior“ auflegen. Das kann natürlich nur ein Sonnentag, ein Tag für Trolle und Heinzelmännchen und kleine Nymphchen sein.
