The Violent Femmes, The Blind Leading The Naked, 1986

Produzent/ Jerry Harrison

Label/ Slash

Zwischen die interessanten Monologe Gordon Ganos, die geheimnisvollen Gesänge und wuchernde Instrumentierungs- und Stilvielfalt der durchweg anrührenden Femmes, mischen sich so solide klingende Sachen wie original englischer R & B („ Faith“ klingt sehr nach Yardbirds) und eine Coverversion von „Children of the Revolution“. Die an das Original angelehnte Fassung erfährt hier allerdings eine wunderliche Behandlung: Ein altertümlich-funkiges Daddel-Intro leitet zur weidlich ausgespielten Schleimgitarre, Gordon Gano greint abgehackt darin rum – aber doch auf bescheidene Art schön. 

Das ganze Album scheint mir ziemlich „witzig“ zu sein, mit vielen humorträchtigen Details. Zum Glück nicht zu viele, denn: ich mag seriöse Leute. Und G. G. ist über die Massen seriös. Das Album hat auch den Vorteil, dass die Femmes, egal wie geschwind die Musik dahingehoppelt, immer wie gelähmt wirken. So gelähmt, wie man sich fühlt, wenn es einem gelungen ist, die Hose über den Kopf und die Jacke über die Beine zu ziehen. Sie sind reizend, das reizendste Zitat aber ist: „l can’t even remember if we were lovers, or if I just wanted to“.