Krokodil, 1969

Produzent/ Siegfried Lock

Label/ Liberty 

Der Musiker und Maler Hardy Hepp ist vergangenen Montag 81-jährig nach einer längeren Krankheit gestorben. Er gehörte zu den Pionieren der Schweizer Rockszene und war eine ihrer schillerndsten Gestalten. 

Krokodil heisst die junge Band, die im April 1969 im „Blow Up“ in Zürich ihre ersten Gigs spielt. Eine urbane Rockband, die anders klingt als die brave CH-Liga der Beat- und Pop-Verschnitte. Später im Jahr erscheint das Debüt bei Liberty Records in München. Unverkennbar die Sitar von Walti Anselmo und weit vorne Mojo Weideli mit seiner Blues Harp als pures Soloinstrument. Mit 15’000 Schutz kauften Düde Dürst, Hardy Hepp, Walty Anselmo, Mojo Weideli und Terry Stevens Equipment und einen Bandbus, zogen los – und waren gross. Krokodil spielten Tourneen und Festivals mit Can, Amon Düül II, Kraftwerk, T. Rex, Pink Floyd und anderen Viechern der Zeit. Und zollten dem Leben als Rockband ihren Tribut, kurz bevor Disco und Punk in die Welt einbrachen. Krokodil lösten sich 1974 auf. Hardy Hepp verliess allerdings bereits 1972 die Band und veröffentlichte mehrere Solo-Alben. In den letzten  Jahren widmete er sich fast nur noch der Malerei. In seinen Erinnerungen „Mein Leben als Musiker und Maler“ (Zytglogge Verlag, 2025) erzählt er pointiert über seine Arbeit, von seinen Auseinandersetzungen mit Gott und der Welt, über seine Familie und seinen Garten. Fazit: „Ich mache alles, als wäre es das letzte Mal.“