
Lucinda Williams, World’s Gone Wrong, 2026
Produzent/ Ray Kennedy, Tom Overby
Label/ Highway 20
Lucinda Williams leidet nach wie vor unter ihrem 2020 erlittenen Schlaganfall, doch aufhalten lässt sie sich davon nicht. Das beweist auch ihr neues Album „World’s Gone Wrong“ auf dem die inzwischen 73-Jährige ihren Unmut über die aktuelle Weltlage zum Ausdruck bringt. Ihr Metier ist der Blues, und folgerichtig liegt ihr das Schicksal der Menschen von nebenan am Herzen. Auch deshalb widmen sich die zehn Songs der Menschenwürde, in in den USA zusehends auf der Strecke zu bleiben droht.
Während der Titelsong vom immer schwerer werdenden Alltag der Zukurzgekommenen erzählt, lassen sich die nach viel Blut, Schweiss und Tränen klingenden „Something’s Gotta Give“ und „We’ve Come Too Far To Turn Around“ unschwer als Protestsongs lesen. Die furiose Musik wirkt wie Dreck unter den Fingernägeln; sie ist bissig, aber voller Emphatie. Und vorallem gibt sie nicht klein bei und pflügt sich immer weiter voran. Das Album ist ein imposantes und gradliniges Statement – frei von Kompromissbereitschaft. Mit ein Grund, weshalb sich das widerborstige, aber verlockende „World’s Gone Wrong“ unter die stärksten Werke der Musikerin aus Louisiana einreiht.
